Cessna aus Tansania für die Skydiver

Ein Wunschkennzeichen haben sich die Skydiver beim Luftfahrtbundesamt reservieren lassen: D-FSWW. Das Kürzel steht für Fallschirmsprung Westerwald.
Ein Wunschkennzeichen haben sich die Skydiver beim Luftfahrtbundesamt reservieren lassen: D-FSWW. Das Kürzel steht für Fallschirmsprung Westerwald.
Foto: Skydive Westerwald
Was wir bereits wissen
Die Burbacher Fallschirmsportler haben sich eine neue Maschine gegönnt. Die Cessna 208 Grand Caravan nach Deutschland zu bekommen, war ein echtes Abenteuer.

Burbach..  Noch steht die Maschine, in einem Werft-Hangar im Osten Deutschlands. Bei Finsterwalde, unweit von Dresden, wird das Flugzeug seiner künftigen Bestimmung entsprechend modifiziert. Die 675-PS-Turbine wird durch einen 900 PS-Motor ersetzt. Läuft alles nach Plan, soll es am vorletzten Aprilwochenende über dem Siegerland seine Kreise ziehen. Auf dem Siegerlandflughafen wird die Cessna ein zweites Zuhause finden und stationiert. Dort haben die Burbacher Fallschirmsportler einen Hangarplatz für ihr neues Flaggschiff angemietet, weil die Hallen im benachbarten Breitscheid, wo sie im Wechsel mit der Lipper Höhe vom Himmel fallen, zu klein sind.

Mit dem Erwerb dieser Cessna 208 Grand Caravan haben sich die Skydiver einen Wunsch erfüllt. Vor wenigen Tagen noch war die blau-weiße einmotorige Maschine auf dem vor Hitze flimmernden Asphalt des Mwalimu Julius K. Nyerere International Airport von Dar-es-Salam, der Hauptstadt Tansanias, gerollt. Das Fluggerät fasst mit 20 Springern doppelt so viele wie die bisher genutzte Maschine der Skydiver, eine Pilatus Porter – bei gleichem Spritverbrauch.

Transport zu Öl- und Gasfeldern

Nach 28 Stunden am Himmel und 7429 Flugkilometern erreichten Chrissi Richter, Thomas Reinke und Flugkapitän Francis Driessen deutschen Boden. Vier Tage vorher waren sie an der Ostküste Afrikas gestartet, um das Flugzeug heim zu holen. Die Weiten Afrikas, Gebirgsketten, trostlose Steppen, Savannen und Wüsten, Hitze, Anspannung, Ungewissheit – die Operation war eine Herausforderung. Auch mag es Angenehmeres geben, als über den bürgerkriegsgeschüttelten Sudan zu fliegen.

In solchen Situationen war es gut zu wissen, dass auf dem linken Sitz als „Pilot in Command“ ein Profi Platz genommen hatte. Der Niederländer Francis Driessen macht solche Ferryflüge häufiger. Der Chefpilot der Fluggesellschaft „Tanzanair“, bei der die hessischen Skydiver auf der Suche nach einem eigenen, geeigneten und finanzierbaren Absetzflugzeug fündig geworden waren, hatte sich spontan bereit erklärt, die Cessna zu überführen. Die Maschine war in den vergangenen Jahren in Tansania für Touristenrundflüge und Passagiertransfers zu den Öl- und Gasfeldern eingesetzt worden.

Die Etappen im Kurzüberblick

Den Kilimandscharo links liegen lassend hatte die Besatzung als erstes Etappenziel den einsamen Flughafen von Lokichoggio – im Nordwesten Kenias gelegen – angesteuert. Das 1329 Kilometer entfernte Khartum, die Hauptstadt des Nordsudan, markierte den ersten Stopp des Folgetags. Dann ging es 1147 Kilometer weiter nach Luxor in Ägypten mit Blick auf die Pyramiden und weiter 1386 Kilometer Alexandria bis nach Kreta. Die verbleibende Restdistanz von Heraklion über Split mit Tankstopp nach Schacksdorf bildete die letzte Etappe.

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