Caritas-Kleiderstube startet mit neuem Team an neuem Ort

Neue Caritas-Kleiderstube in der Christus-Erlöser-Kirche
Neue Caritas-Kleiderstube in der Christus-Erlöser-Kirche
Foto: WP

Kreuztal..  Fast ein Jahr nach dem Auszug aus dem städtischen Gebäude an der Bahnhofstraße eröffnet die Caritas-Kleiderstube neu: Am Dienstag, 3. März, ist der erste Öffnungstag im Gemeindesaal der Christus-Erlöser-Kirche. „Ich bin froh, dass es weitergeht“, sagt Pfarrer Josef Szyrba, „die Sache war schon fast gestorben.“ Beim Neustart dabei ist auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rita Glodek: „Für die Gemeinde ist das eine Möglichkeit, in die Gesellschaft hineinzuwirken.“

Zwei Öffnungstage pro Woche

Neuer Raum, neues Team, neue Träger: Neben der Kreuztaler ist nun auch die Krombacher Caritas mit im Boot. Rund 20 Frauen und ein Mann teilen sich die Arbeit – von den Vorgängerinnen, die 21 Jahre lang bedürftige Menschen mit gut erhaltener Kleidung aus zweiter Hand versorgt haben, ist nur Rita Glodek dabei geblieben. Prof. Dr. Alfons Goris, der bis zu seiner Emeritierung an der Uni Ingenieure ausgebildet hat, hat sich um die technische und organisatorische Seiten des Projekts gekümmert, Regale aufgebaut und Dienstpläne ausgearbeitet. „Um Weihnachten herum haben wir angefangen, Kleidung und Wäsche zu sammeln“, berichtet Goris, „im Moment sind wir ganz gut bestückt.“ Auch ein Preisverzeichnis ist schon ausgearbeitet: Bei 20 Cent, zum Beispiel für ein T-Shirt, beginnt das Angebot, am teuersten ist ein Anzug für vier Euro — es gibt viele Gründe, die Kleidung nicht zu verschenken. Der Stolz, den die Kunden der Kleiderstube selbst haben, ist einer davon.

„Der Standort hier ist eigentlich viel besser als in der Bahnhofstraße“, sagt Katja Nix: Die Erlersiedlung liegt um die Ecke, oft die erste Station für Menschen, die neu nach Deutschland kommen. Der Kontakt zum Stadtteilbüro ist auch schon geknüpft. Wichtig vor allem aber: „Über diesen Raum haben wir Verfügungsgewalt“, betont Alfons Goris — eine Kündigung der Räume wie im vorigen Jahr durch die Stadt Kreuztal, die Platz für den Regionalen Sozialdienst des Kreises schaffen wollte, droht hier nicht. Dafür nimmt die Gruppe auch in Kauf, dass sie die Kleiderständer regelmäßig zur Seite rollen muss: Bei Bedarf ist die Kleiderstube aber auch Turnraum oder verlängerter Kirchsaal.