Busnetzoptimierung: Kreuztal stellt sich stur
24.01.2008 | 19:20 Uhr 2008-01-24T19:20:00+0100Landrat Paul Breuer beißt als Vorsteher des Zweckverbands Personennahverkehr auf Granit.
Der Haupt- und Finanzausschuss Kreuztal hat es gestern Abend abgelehnt, die angedrohte Kürzung des Busangebots auf der Hauptlinie nach Geisweid und zur Erler-Siedlung überhaupt nur zur Kenntnis zu nehmen. Im Gegenteil: Kreuztal weist die vom Verbandsvorsteher schon durch Austausch der Seiten im Nahverkehrsplan in die Wege geleitete Reduzierung des Angebots im öffentlichen Personennahverkehrs entschieden zurück: „Eine ausreichende Bedienung ist damit nicht mehr gesichert”, heißt es im einstimmigen Beschlussvorschlag des Ausschusses auf Vorschlag von Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne).
Eigentlich ist die Haltung der Stadt Kreuztal seit der Ratssitzung vom 14. Juni 2007 klar: Damals wurde ebenfalls einhellig das Begehren des Zweckverbandes zurückgewiesen, die Anfangszeiten des Unterrichts der drei Schulen im Schulzentrum um 20 bis 30 Minuten zu verlegen. Damit wollte der ZWS eine Reihe von Bussen einsparen, Linien bündeln und das Netz optimieren. Alternativ sollte die Stadt für den Einsatz der Fahrzeuge am Morgen 80 000 Euro aufbringen. Beides wurde abgelehnt.
Ende vorigen Jahres kam die Quittung: Der Zweckverband kündigte Einschränkungen auf der Linie R 10 (Geisweid-Littfeld) sowie auf der Linie L 140 (Erler-Siedlung) an. Dort sollen nur noch halb so viele Busse fahren. Trotzdem sei kein Anlass, von den gefassten Beschlüssen abzuweichen, fand Werner Müller (CDU). Denn weder gebe es ein Signal der betroffenen Schulen, dass der Unterricht später beginnen könne, noch eine Erklärung des Zweckverbandes über das Zustandekommen der geforderten 80 000 Euro. Auch Bürgermeister Rudolf Biermann (CDU) äußerte Zweifel: „Ich stelle die Höhe des Betrages in Frage.”
SPD-Sprecher Karl-Heinz Schleifenbaum wies die Meinung des Landrats, dass Kreuztal über eine besondere Verantwortung habe, zurück: „Wir sind befremdet, dass der Stadt der Schwarze Peter zugeschoben werden soll.” Kreistagsmitglied Rosemarie Seibt (CDU) sah das Problem aus dem Blickwinkel der Littfelder Bürger. Weder Bürgerbus, noch Nachtbus fahren den nördlichen Stadtteil an. Wenn auch noch die ÖPNV-Buslinie ausgedünnt werden solle, sei das nicht mehr hinzunehmen. Anke Hoppe-Hoffmann hatte kein Verständnis dafür, dass im Linienbündel Mitte nur Kreuztal von Angebotsreduzierungen betroffen sein soll: „Siegen und Hilchenbach haben auch keine Schulzeiten geändert. Trotzdem wurden an sie keine Forderungen gestellt.”
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