Busch-Kreis ist der Neustart gelungen
19.09.2008 | 20:00 Uhr 2008-09-19T20:00:00+0200
Hilchenbach und Erndtebrück haben den Ausstieg der Stadt Kreuztal aus dem Gebrüder-Busch-Kreis offenkundig verschmerzt.
„Was wir angeboten haben, kann sich sehen lassen”, sagte Hilchenbachs Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab im Rückblick auf die erste Spielzeit unter neuen Vorzeichen. „So ein hochkarätiges Programm hatten wir in Erndtebrück noch nie”, fand Erndtebrücks Bürgermeister Karl-Luwig Völkel, als Busch-Kreis-Geschäftsführer Hartmut Kriems jetzt den Spielplan für die in diesen Tagen beginnende 48. Spielzeit vorstellte.
„Wir arbeiten weiterhin mit Kreuztal zusammen”, betonte Kriems - zum einen in der Gestaltung des Programmprofils: So wird der Hilchenbacher Reisejournalist Klaus-Petrer Kappest seine neue Multivisionsschau „Wandern in Deutschland” zwar zum ersten Mal „zu Hause” im Dahlbrucher Theater zeigen, bevor er auf Deutschlandreise geht. Eine Veranstaltungsreihe, etwa als Konkurrenz zu den „Xpeditionen @ kreuztal”, wird aber nicht etabliert. Zum anderen verbindet das Wahl-Abo die Partner weiterhin, in das Busch-Kreis-Besucher bis zu drei Kreuztaler Veranstaltungen aus einer Auswahl von fünf hinzubuchen können. „Das hat sich bewährt”, sagte Kriems. Die rund 540 Abonnenten sind der Kulturgemeinde auch nach dem Ausstieg Kreuztals treu geblieben.
Kern des Programms sind die Abo-Reihe 1 mit sieben und das Abo Meisterliche Kammermusik mit sechs Veranstaltungen. Im Theater gibt es „Die Chorprobe”, den „Jedermann”, die „Schachnovelle” und Schillers „Don Carlos”, weil er Thema im Deutsch-Abitur wird, gleich zusätzlich auch in einer Vormittagsvorstellung. In der Kammermusik dürften das Solo-Programm mit der Schlagzeugerin Babette Haag und - ein weiteres Mal - das Marionetten- und Puppenspiel im „Festival der kleinen Interpreten” besonders neugierig machen. Spielbein sind die Sonderveranstaltungen, die sich die Kulturgemeinde über den eigentlichen Etat hinaus leistet, weil es Mitveranstalter gibt oder weil das Programm an sich schon den guten Kartenverkauf garantiert: So kommen außerhalb des Abonnements der Kabarettist Georg Schramm, die Leipziger Pfeffermühle, ein weiteres Mal der Dudelsack-Virtuose Carlos Nunez und die Bonner Springmaus. „Wir sind relativ sicher, dass sich das finanziert”, sagt Busch-Kreis-Vorsitzender Hans-Jochen Müller. Und so gibt es außerdem „Romeo und Julia” auf Englisch (Abitur-Thema), und schließlich wagt der Busch-Kreis dann noch „Die Brüder Grimm” mit Martin Lüthge, das die Inthega, die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastpielen, zu ihrem Favoriten gekürt hat.
Öfter als sonst für Hilchenbacher interessant werden dürfte die Fahrt nach Erndtebrück lohnen, wo die Kulturinitiative als örtlicher Partner des Busch-Kreises mit dem Saal der Edermühle eine neue Spielstätte erschlossen hat. Dort präsentieren Weigand & Genähr ihr neues Programm („Verwirrt im Wald”), und dort verbindet die Kulturgemeinde erstmals Ess- und Theaterkultur in einem „Dinner-Krimi”: „Ahoi für einen Toten.” Und in der Erndtebrücker Kirche gastiert Raul Jaurena, als Bandoneon-Star bei Kultur Pur bekannt, mit „Bach und Tango”.
Die Spielzeit beginnt Donnerstag, 25. September, mit einem Konzert mit der Philharmonie und dem Busch-Preisträger 2007 Frederic Belli. Info: 02733/5 33 50, www.gebrueder-busch-kreis.de
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