Bürgermeister setzt auf die Südumgehung

Siegen-Wittgenstein..  Die geplante Südumgehung und der Container Terminal werden die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Kreuztal positiv beeinflussen. Davon zeigte sich Bürgermeister Walter Kiß beim Wirtschaftsgespräch der IHK Siegen im Schulungszentrum der Heinrich Georg Maschinenfabrik überzeugt.

Kiß kritisiert Verquickung

In der Stadtmitte werden derzeit bis zu 60 000 Fahrzeugbewegungen gezählt. „Gutachten zeigen, dass diese Verkehrsbelastung durch die geplante Südumgehung um 20 bis 30 Prozent verringert werden wird“, so der Bürgermeister. Ende des Jahres könnte Baurecht bestehen. Als wenig hilfreich kritisierte Kiß die Diskussion der Südumgehung in Verbindung mit der Route 57. Eine Auffassung, der IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener widersprach: „Wir setzen uns als IHK für die gedeihliche Entwicklung aller Teilregionen in Siegen-Wittgenstein ein. Deshalb sehen wir die Südumgehung als wesentlichen Teil der dringend benötigten besseren Verkehrsanbindung Wittgensteins.“

Es war der einzige Dissens. So bestand Einigkeit in der Bewertung des Containerterminals, der nicht nur wirtschaftliche Perspektiven böte, sondern beitrage, die Schiene für den Güterverkehr attraktiver zu machen. „Der Containerterminal und der von uns immer wieder nachdrücklich geforderte Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke stehen in einem engen funktionalen Zusammenhang.“ Die Verlademöglichkeiten eröffneten Firmen die Chance, ausgebaute Bahnverbindung für logistische Anforderungen optimal zu nutzen, so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hermann-Josef Droege.

Tatsächlich sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Kreuztal aus Sicht der IHK gut. Die demografische Entwicklung sei positiver als im Durchschnitt Siegen-Wittgensteins. Die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe ist seit 2010 um 17 Prozent gestiegen. Weniger erfreulich sind die Aussichten im Hinblick auf Gewerbeflächen. Es gebe kaum Möglichkeiten zur Erschließung weiterer Flächen. Ziel sei, mit dem Gewerbegebiet Ostheldener Höhe („Landhecke“) 40 Hektar an Fläche zu gewinnen, so Kiß

Darüber hinaus entwickele sich Kreuztals City gut, so Kiß. Die Nachfrage nach Wohnraum führe zu einer Belebung und zu positiven Impulsen für das Image. Auch in punkto Kultur, Sport und Familienfreundlichkeit sei vieles erreicht worden. „Eine wichtige Entwicklung für die zukünftige Gewinnung von Fachkräften“, betonte Gräbener. Gerade in diesem Feld habe die Firma Georg Maßstäbe gesetzt. Das 450 Mitarbeiter starke Unternehmen hat in Kreuztal expandiert und zählt etliche Niederlassungen weltweit. Mit der vor zwei Jahren eröffneten GEORGakademie entstand in Kreuztal ein Schulungszentrum. „Wir leben von gut qualifizierten Fachkräften. Deshalb müssen wir alles daran setzen, die Belegschaft zu schulen und weiter zu qualifizieren“, so Geschäftsführer Mark Georg.