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Demonstration

Bündnis hofft auf deutliches Zeichen

10.12.2009 | 18:00 Uhr

Siegen. Mit einer Vielzahl von Aktionen und Veranstaltungen will die Stadt-Gesellschaft am 16. Dezember – dem 65. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Siegen durch einen verheerenden Luftangriff – ein Zeichen gegen Krieg und Rechtsextremismus setzen.

Impressionen von der Demo 2008 Foto: Horstgünter Siemon

Das Siegener Bündnis für Demokratie hat gemeinsam mit der Stadt, den Kirchen und dem Apollo-Theater am Donnerstag eine Vielzahl von Veranstaltungen vorgestellt, mit der es für Frieden, Toleranz und Weltoffenheit wirbt, an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert und gleichzeitig eine klare Absage an Gewalt, Faschismus und Geschichtsverfälschung erteilt. Die Vielzahl von Veranstaltungen soll deutlich machen, dass die Neonazis, die zeitgleich demonstrieren und den Gedenktag missbrauchen wollen, nicht willkommen sind. Allerdings machte Andre´ Schmidt für das Bündnis deutlich, dass der Anlass nicht „Anti-” sei – also nur eine Reaktion auf die Anmeldung der Neofaschisten. Die Anmeldung von Sascha Maurer, NPD-Ratsmitglied und Kopf der Autonomen Nationalisten, sei in die Vorbereitungen des Bündnisses hineingeplatzt. „Es war klar, dass wir wieder etwas machen wollten”, so Schmidt.

15 Uhr Beginn mit „Stillem Gedenken”

Das Ziel sei ein würdiges Gedenken – und zwar mit vielfältigen Aktionen. „Es ist klar, dass nicht Jeder mit jeder Form zu begeistern ist”, machte der Sprecher des Bündnisses deutlich. Daher gebe es eine Vielzahl von Veranstaltungsformen. Den traditionellen Auftakt bildet um 15 Uhr das Stille Gedenken am „Dicken Turm”. Neu ist der Sternmarsch zum Kornmarkt, so Werner Leis (DGB). Zug 1 startet um 15.30 Uhr am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium (Rosterstr. 143). Die beiden anderen Züge starten jeweils um 15.45 Uhr am Berufskolleg Technik (Fischbacherbergstr. 2) und an der Blue Box (Sandstr. 54) und führen auf verschiedenen Wegen zum Kornmarkt. Das Bündnis trägt damit dem Wunsch von Schülern und Lehrern Rechnung, die Schulen stärker einzubeziehen.

Auf dem Kornmarkt werden sie von der „Microphon-Mafia” musikalisch empfangen. Die Kundgebung wird gegen 16.45 Uhr beginnen. Anders als im Vorjahr wird Bürgermeister Steffen Mues der einzige Redner sein. „Wir wollen des geschichtsträchtigen Tages würdig gedenken”, so Mues. „Und da ist es nicht in Ordnung, dass die Neonazis ihn verfälschen wollen.”

Neben seiner Rede wird es ein moderiertes Zeitzeugen-Gespräch, unter anderem mit Karl-Wilhelm Kirchhöfer, geben sowie eine szenische Lesung und Live-Musik von Karsten Burkardt. Im Anschluss daran findet der traditionelle ökumenische Gottesdienst statt. Das Motto: „Sie hin”. „Wir wollen damit auffordern, das Gute zu sehen, aber auch das Drohende”, betont Pfarrerin Silke van Doorn.

Kultur sorgt für politische Signale

Um 20 Uhr wird das Apollo-Theater unter dem Titel „Wenn die Wunde nicht mehr schmerzt, schmerzt die Narbe” mit Schauspielern und Musikern eine politische Stellungnahme bieten. Das werde mehr als „die Begleitmusik für die Demo”, machte Intendant Magnus Reitschuster deutlich.

Die Neonazis selbst wollen erneut den Gedenktag missbrauchen: Dann werden sie wieder Parolen wie „Gegen alliierten Bombenterror” zur Umkehr der Schuldfrage, „Opa hat nichts falsch gemacht” zur Leugnung von Wehrmachtsverbrechen und „Nie wieder Krieg – nach unserem Sieg” skandieren.

Alexander Völkel

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