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Verkehrspolitik

Breuers Straßen-Papier bringt Verbände auf die Barrikaden

12.06.2012 | 21:00 Uhr
Breuers Straßen-Papier bringt Verbände auf die Barrikaden
Bürgerinitiativen gegen Fernstraßenplanung

Netphen-Unglinghausen. Bürgerinitiativen, Naturschutzverbände und Waldgenossenschaften haben in Unglinghausen deutlich gemacht, dass sie den von Landrat Paul Breuer vorgelegten „Wunschzettel“ für den Bundesfernstraßenbedarfsplan ablehnen.

„Wir hatten eigentlich gedacht, man könne sich jetzt einmal auf umsetzbare Dinge konzentrieren“, sagt Alrun Hoffmann-Krönert von der Wittgensteiner Initiative „Heimat ohne Fernstraße“: den Ausbau und den Erhalt vorhandener Straßen, die Sanierung der A 45, die Verbesserung der Möglichkeiten für den Güterverkehr auf der Schiene und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Und, was die Straßenverbindung nach Wittgenstein angeht, die Aufweitung der B 62 außerhalb der Ortschaften auf drei Fahrspuren. Zwischen Erndtebrück und Kronprinzeneiche, sagt Naturschutzbund-Vorsitzende Helga Düben, „wäre das zeitnah möglich“.

Waldbesitzer wehren sich

Landrat Breuer schlägt vor, neben der Ortsumgehungskette bis Schameder, wie sie auch im jetzt geltenden Bundesfernstraßenbedarfsplan vorgesehen ist, auch eine B 508 n bis Frankenberg vorzusehen. Darauf reagieren Initiativen und Verbände mit den Argumenten, die sie auch gegen die „Entwicklungsachse Kreuztal-Hattenbach“ vorgetragen haben , von der sich das Land Hessen vor zwei Jahren verabschiedet hat: „Auch wenn sie Ortsumgehungskette genannt wird: Diese Straße dient nicht der Entlastung der Ortsdurchfahrten“, sagt Alrun Hoffmann-Krönert.

Die Bürgerinitiativen weisen auf den starken innerörtlichen Verkehr hin und darauf, dass in Lützel nur noch weniger als 6000 Fahrzeuge auf der B 62 täglich gezählt wurden. „Das entspricht in etwa dem Verkehr auf der L 729 in ­Unglinghausen.“ Klaus Vitt („Felsenfest gegen FELS“, Ruckersfeld), forderte, „dass die Stadt Kreuztal endlich einmal ihre Hausaufgaben macht“ und das Innenstadt-Nadelöhr entschärfe. Auch gestern wurde wieder an den für die HTS-Abfahrt vorgeschlagenen Doppel-Kreisel und die Wiederherstellung der Busbuchten erinnert. „Die FELS (Ferndorf-Eder-Lahn-Straße) hilft unseren Unternehmen nicht“, sagt Vitt.

„Wir wollen wirkliche Ortsum­gehungen — wenn sie notwendig sind“, sagt Ulrich Freudenberger, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Naturpark Rothaargebirge. Die in Kreuztal geplante sei jedenfalls keine. Auf die Tunnelvariante sei verzichtet worden, damit die bei Buschhütten von der HTS abzweigende Trasse den Höhenrücken erreiche, vermutet Alrun Hoffmann-Krönert, „und um die Fernstraße hinzukriegen“. Eine „Schimäre“, findet Ulrich Freudenberger schon angesichts des Finanzbedarfs: 33 Millionen Euro werden derzeit für die Südumgehung Kreuztal genannt, 300 Millionen für die Straßenkette bis Schameder.

Eberhard Kämpfer als Sprecher der sieben betroffenen Waldgenossenschaften erinnert daran, dass das Vorhaben gegen den Widerstand der Eigentümer durchgesetzt werden müsste: „Und das sind nun mal die Waldbesitzer.“

Von Steffen Schwab



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