Brandstifter setzt Hütte in Siegen unter Feuer

Die Toilettenräume sind völlig verrußt. Auch in der Küche ist eine dicke, klebrige Rußschicht.
Die Toilettenräume sind völlig verrußt. Auch in der Küche ist eine dicke, klebrige Rußschicht.
Foto: WP
Ein Brandstifter hat versucht das Vereinsheim für Deutsche Schäferhunde in Weidenau in Brand zu setzen. Brandbeschleuniger wurde über einen Lüftungsschacht in den Innenraum geworfen.

Weidenau..  Ein Brandstifter hat versucht das Vereinsheim für Deutsche Schäferhunde am Silberfuchs in Brand zu setzen. Der Sachschaden ist groß, der Innenraum völlig verrußt. „Das war der Serienbrandstifter“, ist sich Vereinschef Hans-Dieter Fritsch sicher. Die Polizei war am Montag noch zurückhaltend. Die Ermittlungskommission prüfe, ob ein Zusammenhang mit der Serie bestehe. Die Entfernung zu den bisherigen Tatorten spreche dagegen, dass der Serientäter auch diese Hütte in Brand gesetzt habe.

Die Vorgehensweise indes spricht dafür. Denn das Feuer wurde mit der Methode gelegt, mit der seit Ende Dezember häufig auch an 20 Fahrzeugen und 20 Containern in der Innenstadt Feuer gelegt wurde. „So etwas wie ein Grillanzünder wurde über die Lüftungsanlage in die Hütte geschmissen“, sagt Fritsch. Der Täter ist dafür aufs Dach des Vereinsheims geklettert.

Der Schock ist groß am Samstag, als der Schaden entdeckt wird. „Wir hatten für 16 Uhr hier ein Treffen geplant“, erzählt Fritsch. Ein Vereinskollege will vormittags die Hütte heizen. Als er die Tür aufschließt, steigt ihm ein beißender Geruch in die Nase. Beim Blick in den sonst so gemütlichen Raum, verschlägt es ihm fast die Sprache. Er greift zum Handy. „Dieter, du musst sofort kommen.“

Hans-Dieter Fritsch steigt in seinen Wagen, fährt zum Silberfuchs und kann nicht glauben, was er sieht. Es muss stundenlang gekokelt haben in dem Raum. Irgendwann zwischen dem 25. Januar und dem vergangenen Samstag. Ein Vorhang, der den großen Feierraum mit Theke, Bänken, Tischen, Vereinstrophäen und einem Flachbildfernseher in zwei Räume unterteilt ist fast komplett versengt. Unter den Decken hängen schwarze Fäden. Schutt und Asche liegen auf dem Boden. Es knistert, wenn man darüber läuft. Küche, Toilette – dicke, klebrige schwarze Rußschichten. Durch die geschlossenen Schränke ist der Ruß gedrungen. Teller, Gläser, alles tiefschwarz. Die vorher schneeweiße Decke mit Raufasertapete ist gräulich-schwarz. Noch am Montag stinkt es verkohlt in allen Räumen.

Glück im Unglück: Es kokelte stundenlang – Feuer brach nicht komplett aus

Hans-Dieter Fritsch ruft am Samstag die Polizei. Zwei Polizisten und Männer der Spurensicherung rücken an. Sofort ist klar: Ein Brandstifter war am Werk. Dass das Feuer nur kokeln, nicht komplett ausgebricht und die Hütte abbrennt, ist Glück. „Eine Zehn-Liter-Gasflasche hat hier gelagert“, sagt Hans-Dieter Fritsch, „Nicht auszudenken, wenn die explodiert wäre.“

Der Schock ist am Montag nicht gewichen. Fritsch schwankt zwischen Wut und Verzweiflung. „Wer tut jemandem so etwas an?“. Erst vor einem Vierteljahr war in die Hütte eingebrochen worden. Mit einer Motorsäge hatten die Täter ein Loch in die Holzwand geschnitten. Sie wurden gestört und flüchteten. „Wir haben gerade die Holzvertäfelung innen neu gemacht.“ Jetzt müssen die Mitglieder die Vertäfelung wieder herausreißen. Der Qualm ist ins Holz gezogen. Monatelang wird der Verein die Hütte nicht nutzen können – weder selbst, noch zur Vermietung. „So etwas kann einen kleinen Verein die Existenz kosten“, klagt Fritsch. 35 Mitglieder haben die Weidenauer Schäferhundfreunde.

Am Dienstag kommt der Sachverständige der Versicherung. „Ich kann nur hoffen, dass wir nicht auf dem Schaden sitzenbleiben.“