Bonner können in Siegen promovieren
25.01.2012 | 18:01 Uhr 2012-01-25T18:01:00+0100
Siegen.Die Universität Siegen und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (HBRS) ermöglichen in Zukunft gemeinsame Promotionen. Nachdem die HBRS 2010 ein Graduierteninstitut eingerichtet hat, schloss sie mit der Uni Siegen jetzt eine Kooperationsvereinbarung: Weil Fachhochschulen bislang selbst kein Promotionsrecht besitzen, müssen ihre Absolventen oder wissenschaftlichen Mitarbeiter für die Doktorarbeit immer einen Betreuer an einer Universität finden und zusätzliche Leistungsnachweise erbringen, um promovieren zu dürfen.
Der neue Vertrag erlaubt Studierenden der HBRS, in Siegen ihren Doktor zu machen. Bonner Professorinnen und Professoren können gleichberechtigte Gutachtertätigkeiten bei Promotionen übernehmen und auch auf Zeit in Fakultäten der Uni Siegen aufgenommen werden. Der Vereinbarung gehen langjährige Kooperationen einzelner Wissenschaftler beider Standorte voraus.
„Wir wollen unseren herausragenden Absolventinnen und Absolventen eine Perspektive in der Wissenschaft bieten“, erklärt Professor Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Es gebe viele komplexe Anwendungsprobleme, die des langen Atems von promotionsbezogener Forschung bedürften.
Professor Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen, sieht qualitative Veränderungen bei der Fachhochschulforschung in den letzten 40 Jahren und eine Notwendigkeit engerer Zusammenarbeit zwischen den Hochschularten. Es gebe heute keinen Grund mehr, einschlägig qualifizierten Absolventen von Fachhochschulen die Möglichkeit zur Promotion vorzuenthalten: „Wir ebnen promotionswilligen jungen Menschen gerne den Weg. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat ausgezeichnete Wissenschaftler an Bord, und wir freuen uns, mit ihnen bei Pro-motionen und in der Forschung enger zusammenzuarbeiten.“
Für die Uni Siegen sei die Zusammenarbeit mit einer anwendungsorientierten Hochschule wie Bonn-Rhein-Sieg ein großer Gewinn. Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung könnten sich hier ergänzen.
Ein Schwerpunkt liegt zwar auf den Rahmenbedingungen für Promotionen, doch der Vertrag skizziert ein Zusammenwirken auf mehreren Feldern. Dazu gehören eine promotionsbezogene Forschung, die die Realisierung gemeinsamer Forschungsprojekte vorsieht, das Angebot von vorbereitenden Studien, um Absolventinnen und Absolventen mit überdurchschnittlichem Masterabschluss der HBRS in Promotionsstudiengänge oder -programme der Uni Siegen aufnehmen zu können, sowie die gemeinsame Betreuung der Promotionsvorhaben durch Lehrende beider Hochschulen.
In geeigneten Fachgebieten sollen darüber hinaus gemeinsame Masterprogramme zur Überleitung in Promotionsstudiengänge entwickelt werden. Weitere Aspekte sehen gemeinsame Lehramtsstudiengänge für Berufskollegs vor, die Öffnung der jeweiligen Wirtschaftsnetzwerke und die Nutzung infrastruktureller Synergien.
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