Bombardier will die Eisenbahn der Zukunft erfinden

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (re.) kam zur Einweihung ins Siegerland, hier mit den Bombardier-Vorständen Dave Barry und Bart Vantorre.
NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (re.) kam zur Einweihung ins Siegerland, hier mit den Bombardier-Vorständen Dave Barry und Bart Vantorre.
Foto: Hendrik Schulz
Am Standort Netphen eröffnet der Bahntechnikanbieter das Bogie Technical Center: Eine Spielwiese für Ingenieure, in dem Teststände, Konstruktionsbüros und Kundenservice zusammengeführt werden. Außerdem kooperiert das Unternehmen mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft, unter anderem der Uni Siegen und der RWTH Aachen.

Dreis-Tiefenbach.. Die Eisenbahn ist die Zukunft. Die Zahl der Menschen wächst, sie drängen sich in immer größeren Städten zusammen – wie, wenn nicht auf der Schiene soll der Verkehr organisiert werden? Die E-Mobilität kommt im Zuge der Energiewende, ein Elektroauto fährt mit einer Ladung ein paar hundert Kilometer – ein ICE in einem Monat einmal um die Welt.

Der Bahntechnikanbieter Bombardier Transportation hat sich für die Zukunft die „Evolution der Mobilität“ auf die Fahnen geschrieben. Am Standort in Netphen wurde das Bogie Technical Center (BTC) eröffnet, eine Schnittstelle zwischen Forschung, Entwicklung und Kundenfreundlichkeit. Bombardier verkauft jährlich 5000 „Bogies“, Drehgestelle, Fahrwerke von Schienenfahrzeugen.

„Die für eine Zulassung nötigen Zertifizierungen werden immer strenger“, so Dave Barry, Leiter Projektmanagement bei Bombardier. Der Drehgestell-Sparte ist für den Konzern der wichtigste Geschäftsbereich, weltweit fahren 200 000 Bogies herum, die alle auf die eine oder andere Art am Standort Netphen angefasst wurden.

Spielwiese für Ingenieure

Die führende Stellung in der Drehgestell-Technologie will Bombardier hinsichtlich Qualität, Kosten, Umweltverträglichkeit, Gewicht und Lautstärke weiter ausbauen, das Portfolio optimieren. Um weiter wegweisende Produkte zu entwickeln, ist jetzt das zehn Millionen Euro teure BTC da, eine Spielwiese für Ingenieure und Entwickler und Kundenzentrum in einem. Geschäftspartner erhalten Einblick zum Beispiel in die Wartung und können direkter an der Entwicklung des Produkts teilhaben.

Außerdem mit im Boot: Die Universitäten Siegen und Aachen sowie ein Netzwerk von Ingenieuren, Wissenschaftlern und Kunden aus der ganzen Welt. „Wir haben hier das Testequipment für die Entwickler zusammengebracht mit anregenden Büroräumlichkeiten“, so Bart Vantorre, Präsident des Geschäftsbereichs Drehgestelle.

Wichtiges verkehrspolitisches Instrument der Landesregierung

„Eine industrielle Perle in NRW, sie können stolz sein“, lobte Landesarbeitsminister Guntram Schneider das BTC, das mit öffentlichen Geldern gefördert wurde und durchaus als wichtiges Element der allgemeinen Verkehrspolitik der Landesregierung angesehen werden dürfe. Die aufstrebende Wirtschaftsregion Südwestfalen könne davon profitieren: „Bereits jetzt ist die Region in Düsseldorf in aller Munde.“

Eben weil die Eisenbahntechnologie das Mittel der Zukunft sei, lohne sich die Investition. Schneider gab zu, dass es bei der Infrastruktur einiges nachzuholen gebe, Schiene, Straße, Wasserwege, Luftverkehr. So oder so: Der Eisenbahn gehöre die Zukunft.