Böses Erwachen für Gemeinde – Turm-Sanierung wird viel teurer
19.10.2012 | 17:36 Uhr 2012-10-19T17:36:00+0200
Eichen/Krombach. Eigentlich sollten nur einige Stellen des Glockengestühls am Turm der evangelischen Kirche in Eichen neu verputzt werden. Doch als die Fachleute und Handwerker sich näher damit beschäftigten, stellte sich heraus, dass noch einiges mehr reparaturbedürftig ist.
Kaum war der Hochdruckreiniger angesetzt, fiel der Putz auf der Westseite „quadratmeterweise“ herab. Auch die Uhrenblätter erwiesen sich als „total durchgerostet“, sagt Küster Helmut Peter. Diese zu ersetzen, wird allein 5500 Euro kosten. Angefault waren auch 20 Holzlatten im Bereich der vertikalen Schalllöcher, die es an zwei Seiten des Turms gibt (an den beiden anderen Seiten rund). Ein einheimischer Schreinerbetrieb ist schon dabei, neue herzustellen. Trotz einer verzinkten Abdeckung war der Abschluss zur Wand undicht geworden; Feuchtigkeit war eingedrungen und hatte ihr zerstörerisches Werk begonnen. „So kamen seit Anfang Oktober die Schläge Stück für Stück“, sagt Helmut Peter.
Krombach erst nach dem Winter
Jedenfalls ist der ursprünglich angesetzte Kostenrahmen von 15 000 Euro längst auf das Doppelte angewachsen – ein dicker Brocken für die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Krombach, die auch noch andere Baustellen hat. Peter ist täglich am Eichener Kirchturm, um nachzuschauen, ob sich an dem 1957 eingeweihten Gotteshaus noch weitere Schäden zeigen. Was sich bisher allein an Schäden im Kirchspiel Eichen ergeben hat, strapaziert den engen Etat der Krombacher Kirchengemeinde ohnehin schon sehr stark: Aber damit nicht genug, berichtet der genervte Küster. Auch beim Turm der denkmalgeschützten Pfarrkirche in Krombach selbst liegt einiges im Argen.
Ein Sturm, der vor einigen Wochen über das nördliche Siegerland zog, hat die Schieferplatten heruntergefegt. Die Beseitigung dieses Schadens wird ebenfalls rund 30 000 Euro kosten. Die Genehmigung der Denkmalbehörde, die bei jeglicher baulicher Veränderung an historischen Gebäuden ein Mitspracherecht hat, erreichte die Kirchengemeinde dieser Tage. Doch vor dem Winter soll nicht mehr mit der Eindeckung angefangen werden. Immerhin liegt die letzte Dachsanierung einige Zeit zurück. Helmut Peter hat in den Büchern der Gemeinde nachgesehen – es war im Jahre 1938.
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