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Blitzaktion im Siegerland ohne Donnerwetter

10.02.2012 | 22:59 Uhr
Blitzaktion im Siegerland ohne Donnerwetter
Die Polizei nahm fast 24 Stunden lang Temposünder ins Visier.

Siegerland.Der Laser- und Radarmarathon der Polizei ist im Kreisgebiet gestern gut angelaufen. „Unsere Arbeit und die Vorankündigungen mit der Kampagne über die Geschwindigkeitskontrollen waren von Erfolg gekrönt“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Zell von der Kreispolizeibehörde Siegen. „Wir haben gemerkt, dass die Autofahrer langsamer gefahren sind – und das haben wir auch bezweckt.“ Dennoch habe es natürlich „einige Unverbesserliche“ gegeben, die ungeachtet der angekündigten Kontrollen zu zügig unterwegs waren.

Einer der 70 Kontrollpunkte im Kreisgebiet war am Freitag die Rosterstraße im Tempo 30 -Bereich. Einige Autofahrer fuhren hier knapp 50 Kilometer pro Stunde – und wurden dann auch gleich zur Kasse gebeten. Bis zum Nachmittag gab es aber „keine Ausreißer nach oben“, wie Michael Zell auf Anfrage unserer Redaktion betonte – zumindest nicht die Art von Ausreißern, die sonst gelegentlich im Polizeibericht auftaucht. Insgesamt seien die Verkehrsteilnehmer „sehr diszipliniert gefahren“.

Von daher wurde das Motto „Brems Dich – rette Leben!“ der landesweiten Kampagne, an der sich die Polizei im Siegerland beteiligte, durchaus tragfähig. Von 6 Uhr am Freitagmorgen bis 3 Uhr in der Nacht zu Samstag liefen die Kontrollen, deren Ergebnisse laut Zell voraussichtlich am Montag im Detail vorliegen und dann auch veröffentlicht werden.

Die Strategie sei allerdings eine andere, wie Zell hervorhebt, und ist auf eine nachhaltige Wirkung ausgerichtet. „Verkehrsteilnehmer sollten eigentlich wissen, dass sie jederzeit und überall geblitzt werden könnten“, sagt der Polizeisprecher.

Dauerkonzepte gefragt

Die Behörden haben sich nicht ohne Grund auf das Tempothema eingeschossen: Zu schnelles Fahren ist nach wie vor die Unfallursache Nummer 1 – und schon eine Reduzierung der durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit um zwei Stundenkilometern könnte laut Polizeiangaben die Zahl der Verletzten um 15 Prozent senken.

Landrat Paul Breuer, zugleich Chef der Kreispolizeibehörde, hält das Blitz-Lichtgewitter als einmalige Aktion für „begrenzt pädagogisch wirksam“. Grundsätzlich seien Geschwindigkeitsmessungen notwendig und hätten Sinn. „Ein solcher Tag mit großem Tam Tam“ jedoch verfehle seine Wirkung.

„Hilfreicher ist ein abgesprochenes und glaubwürdiges Dauerkonzept“, sagt er. Und zwar mit Modulen und Komponenten, die sich an Zielgruppen wie etwa Schüler, junge Fahrer oder Motorradpiloten richten.

Jürgen Schade

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