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Blamage wird immer größer

26.01.2010 | 21:20 Uhr

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es könnte auch eine Straße, ein Platz oder ein Gebäude sein.

Davon sind genug vorhanden. Woran es mangelt, ist der politische Wille, den „Arzt von Buchenwald” in seiner Heimatstadt angemessen zu würdigen. Besonders die CDU stemmt sich seit Jahren dagegen. Mit einer Ausnahme: Bürgermeister Steffen Mues erklärte, dass nichts dagegen spreche, einen Platz oder eine Straße nach Walter Krämer zu benennen.

Damit scheint er in seiner Partei alleine zu stehen. Katrin Dittert, CDU-Mitglied in Rat und Kulturausschuss, sagt unmissverständlich, dass Krämer mit der Plakette an seinem Geburtshaus und seiner Aufnahme in Yad Vashem genug geehrt worden sei. Und setzt noch einen drauf: Krämer sei Antidemokrat, Kommunist und kriminell gewesen. Dass seine „Taten” bis auf Lappalien einen politischen Hintergrund hatten und im historischen Kontext gesehen werden müssen, wird unter den Teppich gekehrt.

Als Walter Krämer im Jahr 2000 in die zentrale israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen wurde, sonnten sich die politischen Größen der Stadt im Glanz seines Ruhmes. Wenn es jedoch darum geht, ihn vor Ort zu ehren, zerbröselt die Würdigung im politischen Gerangel. Das Prozedere um Walter Krämer ist

schon jetzt eine Blamage für die Stadt, die mit weiteren unproduktiven Diskussionen nur noch größer werden kann.

Georg Maag

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