Bildung trifft auf Stadtplanung

Das Projektteam (von links): Christine Loth, Ivanka Somborski, Daniel Eul, Juliane Heinrich, Prof. Dr. Thomas Coelen und Prof. Dr. Angela Million
Das Projektteam (von links): Christine Loth, Ivanka Somborski, Daniel Eul, Juliane Heinrich, Prof. Dr. Thomas Coelen und Prof. Dr. Angela Million
Foto: wp
Was wir bereits wissen
Forschungsteam untersucht Effekte und Motive von Bildungslandschaften

Siegen..  Wenn in Deutschland eine Schule zu einer Ganztagsschule erweitert wird, planen viele Städte direkt die Kooperation mit einer Jugendeinrichtung, einer Bibliothek oder einer Gartenanlage inklusive Ruhemöglichkeiten mit ein. Es entsteht eine Bildungslandschaft, eine Verbindung zwischen Bildung und Stadtentwicklung. Von Bildungslandschaften erhoffen sich Politik, Verwaltung und Praxis viele positive Effekte, beispielsweise eine bruchlose Bildungsbiographie für junge Menschen. Welche Ergebnisse Bildungslandschaften bringen, erheben Forscher der Universität Siegen und der TU Berlin in einem neuen Forschungsprojekt.

Forschungspartner in Berlin

Das Projekt läuft unter dem Titel „Lokale Bildungslandschaften und Stadtentwicklung. Schnittstellen & Verflechtungen“. „Die Besonderheit ist, dass hier Grundlagenforschung von unterschiedlichsten Disziplinen gestaltet wird“, sagt Professor Thomas Coelen vom Siegener Zentrum für sozialwissenschaftliche Erziehungs- und Bildungsforschung (SiZe). Stadtplaner und Erziehungswissenschaftler arbeiten zusammen, um mögliche Effekte bei der Kombination von Bildung und Stadtentwicklung zu erörtern. Forschungspartner ist Professorin Angela Million (Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen) vom Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin.

„Wir untersuchen, was sich die Politik, Verwaltung und Praxis davon versprechen, Bildungslandschaften zu gestalten“, sagt sie. Bildungs- und Stadtentwicklungspolitik werden auf drei Ebenen beleuchtet: Bund, Länder und Kommunen. Auf der Kommunalebene werden acht Standorte anhand konkreter Beispiele untersucht: Die Erweiterung einer Kita, der Umbau eines Jugendzentrums, die neue Ganztagsschule. Das Projekt analysiert die Verflechtungen zwischen Bildung, Sozialer Arbeit und Stadtentwicklung.

Im Projekt geht es unter anderem um die Erwartungen, die Entscheider bei der Entwicklung von Bildungslandschaften haben. „Wie stellen sich die Akteure in Politik, Verwaltung und Praxis die Zusammenarbeit vor?“, sagt Professor Million. Der Bau oder die Erweiterung einer Kita im städtischen Kontext bewirke etwas. Die Effekte und Motive dieser Schnittstellen sollen untersucht werden. Dazu werden in den Städten Gespräche mit dem Bauamt und dem Jugendamt geführt.

Das Ziel ist eine neue Betrachtung von Bildung und Stadtentwicklung. Positive Zusammenhänge werden von der Gesellschaft erwartet, der Stadtraum hat sich als eine wichtige Dimension von Bildung etabliert. Diese positiven Zusammenhänge zwischen Bildung und Stadtentwicklung sind bisher allerdings nicht belegt, sie sollen nun rekonstruiert und analysiert werden.

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