Das aktuelle Wetter Siegen 4°C
Gericht

Betrüger-Trio erbeuteten 25 000 Euro auf Diebestour

24.05.2012 | 16:52 Uhr
Betrüger-Trio erbeuteten 25 000 Euro auf Diebestour
Foto: dapd

Siegen.  Für den Staatsanwalt ist die Sache klar. Das Trio aus dem Rheinland, das im Sommer 2009 ein halbes Jahr auf Beutezug ging, dabei unter anderem auch in Siegen und Olpe Geldbörsen gestohlen hat und mit Hilfe der EC-Karten die Konten der Opfer leerte, soll wegen vielfachen Bandendiebstahls ins Gefängnis.

Für die ältere Angeklagte (41), die bereits mehrfach wegen Diebstählen vorbestraft ist, beantragte er zwei Jahre und neun Monate. Die beiden Jüngeren, nicht vorbestraft und inzwischen verheiratet und mit Kind, sollen jeweils zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Dabei hatte Manfred Lischeck bereits die ausführlichen Geständnisse berücksichtigt, die „Gruppendynamik“ und auch die Tatsache, dass die Täter aus eigenen Stücken aufgehört hatten. Das Trio habe im Frühjahr 2009 gemeinsam vor dem Problem gestanden „klamm zu sein“.

In Küchenstudios und Möbelhäuser aktiv

Die drei seien gezielt in Küchenstudios und Möbelhäusern aktiv geworden und hätten rücksichtslos gegen die Eigentümer der Bankkarten gehandelt. In einem Fall waren 9245 Euro abgehoben worden. Die Geschädigte, eine Architektin aus Olpe, schilderte am Morgen als Zeugin, dass sie neben den Geldkarten auch alle anderen Papiere mit der Geldbörse verloren hatte und neu anfertigen lassen musste.

Zu Gunsten der Angeklagten wertete Lischeck, dass nicht festgestellt werden konnte, wer die Idee zu den Taten hatte. Der männliche Angeklagte hatte die Initiative auf die vorbestrafte Mittäterin, eine Cousine seiner Frau, geschoben, sie wiederum ihn belastet. Sie sei auch von den anderen in einigen Fällen benachteiligt worden.

Halbwegs durchs Leben geschlagen

Verteidiger Gottfried Reims beantragte zwei Jahre auf Bewährung für seinen Mandanten. Dieser sei in einer Landfahrerfamilie aufgewachsen, habe es nie leicht gehabt und sich trotzdem halbwegs erfolgreich durchs Leben geschlagen. Jetzt habe er eine kleine Familie mit 2011 geborenem Kind und das Gericht solle ihm doch eine Chance geben.

Es gehe um einen Schaden von etwa 25 000 Euro, dafür gehe nirgendwo jemand ins Gefängnis. „Welches Signal senden wir denn hier aus, wenn wir eine kleine Familie auseinanderreißen und die junge Frau ins Gefängnis schicken“, schloss sich sein Kollege Dr. Graf für die Ehefrau an. Die Taten seien aus finanzieller Not und auch wegen der krebskranken Mutter des Angeklagten begangen worden. Auch die dritte Angeklagte soll nach Ansicht ihres Verteidigers eine Bewährungsstrafe erhalten. Das Urteil soll am 11. Juni fallen.

Michael Kunz



Kommentare
Aus dem Ressort
Wenn der Krieg zum Alltag wird
Geschichte
Der Erste Weltkrieg tobt seit gut einem Monat. Und hat sämtliche Lebensbereiche erfasst. Aus dem Ausnahmezustand wird Tag für Tag die Regel. Auch Optimisten verstehen allmählich, dass der mörderische Spuk Weihnachten nicht beendet sein wird.
Gegenwind im Windpark-Streit
Energiewende
Der „Gegenwind“ der gleichnamigen Bürgerinitiative blies Bürgermeister Paul Wagener kräftig ins Gesicht: Die Landschaft werde zerstört, das Siegerland sei eine der windschwächsten Regionen Deutschlands, die Windräder rechneten sich nicht. „Sie sind unwirtschaftlich und begünstigen nur einige wenige...
Tote Babys aus Siegen und Bonn – Keine Medikamente
Polizei
In den Babys, die im August tot in Kühlfächern in Niedersetzen und Bonn entdeckt wurden, fanden sich keine Spuren von Medikamenten oder Alkohol. Das sagte der ermittelnde Staatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss dieser Zeitung.
Verschieden ist längst nicht normal
Inklusion
Als „ersten wichtigen Meilenstein für die Generationenaufgabe Inklusion“ bezeichnen Landrat An­dreas Müller und die bisherige Sozialdezernentin Helge Klinkert den ersten Inklusionsbericht des Kreises. „Siegen-Wittgenstein macht sich auf den Weg“, lautet die Überschrift des fast 200 Seiten starken...
Städte bekommen erneut Geld aus dem Einheitsfonds zurück
Kommunalfinanzen
Auch im nächsten Jahr bekommen die Städte und Gemeinden Geld zurück, das sie zu viel in den Fonds Deutsche Einheit eingezahlt haben. Wirksam wird jetzt die Abrechnung des Jahres 2013, bei der sich das Land an der Vorgabe des Verfassungsgerichtshofs NRW orientieren muss, den Kommunen nicht mehr als...
Fotos und Videos
Gemütliches Gemäuer
Bildgalerie
Schloss Junkernhees
Eng, grün und gemütlich
Bildgalerie
Altstadtfest
Siegen platzt aus allen Nähten
Bildgalerie
Verkaufsoffener Sonntag
Streetbob-Spektakel in Winterberg
Bildgalerie
Streetbob-WM