„Berggeschrey“ über Forschungsergebnisse

Müsen. Die Forschungsergebnisse aus den 2014 vorgenommenen Probegrabungen zum mittelalterlichen Buntmetallbergbau und aus Untersuchungen zur hochmittelalterlichen Buntmetallurgie im Raum Ferndorf stehen im Mittelpunkt des „1. Müsener Berggeschrey“, zu dem der Verein Altenberg und Stahlberg am Samstag, 18. April, ins Feuerwehrgerätehaus Müsen einlädt.

Dr. Manuel Zeiler, Archäologe des Landschaftsverbands in Olpe, berichtet über den Stand der archäologischen Forschung zum mittelalterlichen Bergbau im ehemaligen Müsener Bergrevier. Anschließend wird Dr. Holger Adelmann (Köln) die mineralogischen Grundlagen zum Bergbau auf Silbererze im hiesigen Revier ansprechen. Mit der in den 1970er Jahren archäologisch ausgegrabenen Bergbausiedlung Altenberg bei Müsen befasst sich Dr. Jennifer Garner vom Deutschen Bergbau Museum Bochum. Sie zeigt anhand weiterer Ausgrabungen zeitgleicher Bergbausiedlungen in anderen Montanregionen überraschende Parallelen in Siedlung und Betrieb solcher mittelalterlicher Anlagen auf.

Schlackehalden im Zitzenbachtal

Ziele der gemeinsamen Nachmittagsexkursion sind die noch vorhandenen, überregional bedeutenden montanhistorischen Relikte zwischen Ferndorf und Müsen. Nach gemeinsamer Fahrt zum Waldfreibad Zitzenbach bei Ferndorf besichtigen die Teilnehmer zunächst eisenzeitliche Strukturen der Eisengewinnung, bevor es zu den mittelalterlichen Schlackehalden am Zitzenbach geht. Diese Schlackehalden konnten jüngst in das 11. Jahrhundert datiert werden. Nach der Weiterfahrt ins obere Zitzenbachtal werden die Überreste der teils jahrhundertealten Bergwerke an der Martinshardt besichtigt. Eine sechs Kilometer lange Wanderung über die einzelnen Punkte dieser Bergbauspuren führt die Teilnehmer schließlich wieder zurück an den Tagungsort in Müsen.

Nach der mehrtägigen Konferenz im Rahmen des Internationalen Bergbau- und Montanhistorik- Workshops, der 2013 zur 700-Jahrfeier der Grube Stahlberg über 140 Teilnehmer aus dem In-und Ausland nach Müsen lockte, soll die Reihe der Fachtagungen nun jährlich in kleinerem Rahmen fortgeführt werden. Auch für die kommenden Jahre ist geplant, dass im Rahmen dieser Veranstaltungen Referenten über montanhistorische und naturwissenschaftliche Themen berichten. Das „Berggeschrey“ ist — so das Internet-Lexikon Wikipedia — die schnell umlaufende Kunde reicher Erzfunde], die zur raschen Entwicklung eines Bergbaurevieres führte. Dieses sei „in mancher Hinsicht mit dem Goldrausch in Nordamerika vergleichbar“.

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