Bei Facharbeitern drohen Engpässe

Weidenau..  Gemeinsamkeiten standen bei der Delegiertenversammlung der IG Metall Siegen in der Bismarckhalle im Vordergrund. Als Redner hatte die Gewerkschaft Klaus Gräbener eingeladen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen. Der kritisierte den Trend zur Akademisierung, „der Qualifikationen hervorbringe, die in diesem Ausmaß in der Arbeitswelt nicht benötigt würden“, heißt es in einer Mitteilung. Zahlreiche Studien hätten nachgewiesen, dass die größten Fachkräfteengpässe auf der Ebene von Facharbeitern zu erwarten seien.

Situation verschärft sich

„Die duale Ausbildung ist im Ausland Vorzeigemodell. Aber wir vermitteln unseren Kindern, dass der Zerspanungsmechaniker keinen Wert mehr hat“, wird Gräbener zitiert. Wenn immer weniger Schulabgänger vorhanden seien, gleichzeitig die Quote der Studienanfänger weiter steige, verschärfe dies die auf dem Ausbildungsmarkt bereits gegebenen Probleme.

Arbeitskräfte fördern

Auf Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen angesprochen, äußerte der Gast sich kritisch: „Wer nur darauf setzt, wird langfristig verlieren. Allein kreative Personalentwicklung sichert auf Dauer die betriebliche Fachkräfteversorgung.“ Auch das Thema Gewerbegebiete war Teil der Diskussion. „Industrie funktioniert nicht ohne Flächen“, sagte Gräbener. Er kritisierte auch die für Nordrhein-Westfalen einheitliche Quotierung des Flächenverbrauchs.

Andree Jorgella, Geschäftsführer Finanzen der IG Metall Siegen, berichtete, dass es im ersten Quartal 2015 mit rund 400 so viele Eintritte gegeben habe wie noch nie. Die Versammlung wählte außerdem die Delegierten für den Gewerkschaftstag im Oktober: