Bei dieser Olympiade ist jeder ein Gewinner

Wie weit fliegt der Teebeutel? Die  großen und die kleinen Teilnehmer entwickeln da ihre ganz eigenen Techniken.
Wie weit fliegt der Teebeutel? Die großen und die kleinen Teilnehmer entwickeln da ihre ganz eigenen Techniken.
Foto: Michael Kunz

Kredenbach..  Der Unterschied war deutlich sicht- und spürbar. Nach dem sonnigen und warmen Auftakt zur 675-Jahrfeier mit dem mehr als erfolgreichen Dorfspaziergang und der Kranzniederlegung am Freitag, zu der sich Friedrich-Wilhelm Preis vom Festausschuss noch etwas mehr Teilnehmer gewünscht hätte, lag der Kredenbacher Sportplatz als Ort der großen Dorfolympiade am Samstag unter einer grauen Wolkendecke. Es war kalt und ungemütlich. Die Spiele auf dem Sandplatz sorgten letztlich aber doch für genug Vergnügen, um den Nachmittag zu einem Erfolg zu machen.

Acht Teams überwiegend junger Teilnehmer hatten sich zu der modernen Auflage eines „Spiels ohne Grenzen“ angemeldet und kämpften sich durch die zehn vom TV Kredenbach-Lohe entwickelten Stationen, an denen Volleybälle möglichst oft über das Netz gehen, nasse Teebeutel möglichst weit geworfen und Erbsen von einem Stuhl mit dem Hosenboden möglichst schnell in eine davor stehende Tasse befördert werden mussten.

Spielstraße für die Kleinen

Besonders spaßig wurde es beim Kredenbacher „Biathlon“, mit vier Teilnehmern auf zwei Skiern, die ihre Bretter gemeinsam zu bewegen und Bälle in Eimer zu befördern hatten. Es galt auch, mit hochgehaltenen Beinen in der „Schubkarrenhaltung“ schnell zu trinken sowie knifflige Rechenaufgaben zu lösen und zugleich das Ergebnis per Seilspringen zu kommunizieren.

Die Teams hatten sichtlich Spaß dabei. Stellvertretender Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Stahlschmidt war gekommen, um den Nachmittag offiziell zu starten: „Wir wollen keine Zeit verlieren. Liebe Kinder, Kameraden, Jugendliche und Damen und Herren. Ran an die Geräte, die Olympiade ist eröffnet!“ Auf die Sieger warteten zahlreiche Preise, die die Krombacher Brauerei spendiert hatte Gespielt werden durfte übrigens ab zwölf; unter anderem waren drei Teams aus den Reihen des CVJM am Start, die „Wacken“ der Freiwilligen Feuerwehr und die „Siegerländer Saufköppe“, die aus Ferndorf „angereist“ waren.

Für die Vier- bis Zwölfjährigen war am Rande des Sportplatzes eine kleinere Spielstraße aufgebaut, wo sie ihre Geschicklichkeit beim Eierlaufen, am „heißen Draht“ und beim Ringewerfen unter Beweis stellen konnten, wo die Teebeutel mit dem Mund geschleudert, Dosen geworfen und Nägel eingeschlagen wurden.

Hier waren die Evangelische Gemeinschaft und der CVJM siegreich, die Preise waren von vielen Unternehmen aus Kreuztal eingesammelt worden, von Kulis und Buntstiften über Wasserflaschen und Malbücher bis hin zu Bällen. Jedes Kind durfte sich hinterher etwas aussuchen, „auch das letzte, wir haben genug“.

Beim Festabend kam Ortschronist Dr. Hartmut Müller wieder zum Einsatz, der gut 90 Minuten lang noch einmal sehr lebendig in die Dorfgeschichte eintauchte, unterbrochen von etwas Musik und Vorführungen. Dazu gab es Grußworte von Landrat Andreas Müller und stellvertretendem Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Stahlschmidt.

Auch der Schirmherr Hans-Hartmut Krombach kam zu Wort, bevor als Höhepunkt der große Zapfenstreich gespielt wurde. Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem Frühschoppen klang das Jubiläumswochenende am Sonntag schließlich aus.