Bei den Siegener Imkern brummt’s

Eberhard Pfeiffer, Vorsitzender des Imkervereins Siegen,  mit dem jüngsten Mitglied, der 13-jährigen Anne Müller. Innerhalb eines Jahres hat der Verein insgesamt zehn neue Mitglieder gewonnen.
Eberhard Pfeiffer, Vorsitzender des Imkervereins Siegen, mit dem jüngsten Mitglied, der 13-jährigen Anne Müller. Innerhalb eines Jahres hat der Verein insgesamt zehn neue Mitglieder gewonnen.
Foto: Jürgen Schade
Was wir bereits wissen
Zum „Tag der deutschen Imkerei“ machen die Siegener Bienenzüchter Werbung für ihr Hobby. Die Insekten faszinieren immer mehr Menschen.

Siegen..  Die Öffentlichkeitsarbeit der Bienenfreunde trägt Früchte. Seit Beteiligung am „Tag der deutschen Imkerei“ im Sommer 2014 hat der Imkerverein Siegen zehn neue Mitglieder gewonnen. Beim 2015er Durchgang des bundesweiten Aktionstags nutzten die Aktiven nun erneut die Gelegenheit, auf ihr Hobby und seine Bedeutung aufmerksam zu machen.

Im und ums Vereinshaus der Gartenfreunde am Fischbacherberg gab es Infostände, Filmvorführungen, Einblick in die Arbeit mit den Insekten und Ausstellungen der Geräte, die dafür erforderlich sind. „Der Verein versteht sein Engagement auch als Initiative, für Imkernachwuchs zu werben“, sagte Vorsitzender Eberhard Pfeiffer. Und es gehe darum „unsere Arbeit der Öffentlichkeit näher zu bringen“.

Der „Tag der Deutschen Imkerei“ steht diesmal unter dem Motto „Gesunde Bienen brauchen bunte Vielfalt“. „Die Natur kennt keine Monokulturen“, betont Peter Fasel von der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein. Das Problem sei die Fruchtfolge: Je nachdem, was gerade auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wächst, finden die kleinen Brummer entweder ein ausreichendes Angebot an Nahrung – oder keines. In der heimischen Region seien Monokulturen allerdings nicht relevant.

Kampf gegen die Varroamilbe

Der Imkerei, so der Biologe, komme große Bedeutung zu – wegen der Bestäubungsleistung der Tiere. „Das lässt sich technisch noch nicht ersetzen“, erklärt Fasel. Generell sei das Thema Bestäubung aber „sehr komplex und vielfältig“. Außer den Honigbienen seien daran Wildbienen beteiligt, ebenso Hummeln und andere Insekten. Es gebe auch Windbestäuber, etwa Buche und Fichte, die ohne tierische Hilfe auskommen.

Wo es ohne Unterstützung nicht geht, bieten die Honigbienen einen großen Vorteil, wie Hans Kuhlmann, Vorsitzender des Kreisimkervereins Siegerland erläutert: „Sie haben Blütenstetigkeit, das ist einzigartig“. Flögen die Insekten eine bestimmte Art an – etwa Apfelblüten – blieben sie bei dieser. Der Samen landet auf diesem Wege garantiert da, wo er hin soll.

Das oft zitierte Bienensterben ist in Siegen und Umgebung noch kein Thema. Der Kampf gegen die Varroamilbe sei jedoch „eine ständige Herausforderung“, sagt Kuhlmann. Die Milbe „wird immer widerstandsfähiger“, sagt Kreisveterinär Dr. Wilhelm Pelger. Darum sei ein regelmäßiger Wechsel der Gegenmittel erforderlich. Mit Pflanzenschutzmitteln, Insektiziden und Nervengiften, die in der Landwirtschaft oft eingesetzt würden, hätten die Imker im Siegerland „wenig zu tun“.

Ein paar Fälle von Faulbrut seien aufgetreten, „aber die kriegen wir langsam in den Griff“, führt Hans Kuhlmann aus. Bei aller Arbeit, die Maja und ihre Freunde den Haltern machen, ist seine Begeisterung für die Bienen ungebrochen. Die Beschäftigung mit den staatenbildende Insekten sei „eine Beruhigung für Leib und Seele“, beschreibt Kuhlmann den Reiz. „Und wenn man einmal angefangen hat, eigenen Honig zu ernten, isst man keinen anderen mehr.“

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