Begegnungsstätte ist mit Handicap nur schwer erreichbar

1924 als Schule gebaut: DieBegegnungsstätte kommt in die Jahre.
1924 als Schule gebaut: DieBegegnungsstätte kommt in die Jahre.
Foto: WP

Unglinghausen..  Eigentlich hätte hier noch lange eine Schule sein können. SPD-Fraktionschef Manfred Heinz erinnerte daran, als er zum Ortstermin in der im Jahr 2000 eröffneten Bürgerbegegnungsstätte begrüßte: Die Stadt baute die Förderschule in Deuz neu, „ohne Erfolg“ habe die SPD einen Zweckverband mit Kreuztal vorgeschlagen. Auch einen Kindergarten hat Unglinghausen danach nicht bekommen. Standort hätte die Schule werden können — den Zuschlag bekam Herzhausen. Der Bürgerverein, seit 15 Jahren Herr im Haus, erinnert die Gäste aus der Politik allerdings daran, dass der Zahn der Zeit auch unter neuer Trägerschaft an dem Gebäude nagt.

Drei Themen sind es, mit denen sich die Stadt als Hauseigentümer auseinandersetzen muss:
Sanierungsbedarf: Auf rund 25 000 Euro schätzt Manfred Oerter, Vorstandsmitglied des Bürgervereins, den Aufwand für die fälligen Erneuerungsarbeiten. Der Verein sei bereit, sich daran zu beteiligen: „Wir wollen gern unseren Teil geben.“
Barrierefreiheit: Der rollstuhlgerechte Zugang soll nun durch den Bau einer Brücke von der Hauptstraße aus erfolgen. Die Kosten von 12 000 Euro könnten über einen Zuschuss der Aktion Mensch (5000 Euro) finanziert werden. Der Rest kommt zu 70 Prozent aus dem Projektmittelfonds, den die Stadt aus Sparkassenüberschüssen speist, und zu 30 Prozent aus Eigenmitteln. Eine Hebebühne am Nebeneingang hätte 18 000 Euro gekostet. Die Idee, eine Rampe zum Haupteingang zu bauen, wurde verworfen — die hätte 20 Meter weit auf den Schulhof herausgeragt. Für Ortsbürgermeisterin Elke Bruch ist das Projekt wichtig: „Wir wollen nicht, dass Menschen zu Hause bleiben, weil sie denken, dass sie nicht die Treppe hochkommen.“ Manfred Oerter: „Das soll in diesem Jahr realisiert werden.“
Legionellen: Das Gesundheitsamt hat die Warmwasserversorgung wegen erhöhter Legionellenkonzentration sperren lassen. „Es wird zu wenig geduscht“, erklärt Bürgermeister Paul Wagener die Ursache. Nur in den Duschen kann der Befall gefährlich werden, wenn kleinste Wassertröpfchen in die Lunge gelangen. Getrunken werden kann das Wasser ohne Bedenken. Für die Stadtverwaltung ist das Problem nicht neu, auch andere Hallen waren schon betroffen. Bernd Schönling, Leiter des städtischen Immobilienservice, nennt zwei Alternativen: den Einbau von Aktivkohleflitern. Oder die Stilllegung der zentralen Warmwasserleitung und die Montage von Durchkauferhitzern. Hauptsache, das rote Schild am Eingang kommt weg, drängt Friedhelm Ziegler, amtierender Vorsitzender des Bürgervereins: Gäste würden abgeschreckt – „ich habe Angst um unser Image.“