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Bastian Bielendorfer: Das Leben als Lehrerkind

18.01.2016 | 19:00 Uhr
Bastian Bielendorfer: Das Leben als Lehrerkind
Erzählt auf der Bühne Geschichten aus seinem Leben als Lehrerkind: Bastian Bielendorfer.Foto: Antonia Jost

Netphen  Bastian Bielendorfer ist Deutschlands bekanntestes Lehrerkind. In einer Mischung aus Lesung und Comedyprogramm gewährt er Einblicke.

. Bastian Bielendorfer ist ein Star. Nach zwei Büchern über sein Leben als Lehrerkind und einem über die etwas komplizierte Beziehung zu seiner Mutter präsentierte der 31-Jährige am Freitag eine Mischung aus Comedyprogramm und Lesung in der Aula des Gymnasiums Netphen. „Das Wort „Lesung“ vermittelt ein falsches, trockenes Bild, deswegen haben wir es in „Comedyprogramm“ umbenannt“, erklärt Bielendorfer.

Während er auf der Bühne in der Aula performt, wird schnell klar: Er spricht, wie er schreibt. Schnell, unterhaltsam und wortgewandt. Seine Geschichten sind aus dem Alltag gegriffen und bewegen sich meist auf dem schmalen Grat zwischen Unglaublichem und Nachvollziehbarem.

Abrechnung mit Fernsehprogramm

Er erzählt aus seinem Leben als „Lehrerkind Stufe 3“ (auf jeder Schule, die er besucht hat, war mindestens ein Familienmitglied Lehrer), aber auch von seiner Hochzeit, den Unterschieden zwischen Männern und Frauen („Ich messe den Umfang von Blumensträußen in den Einheiten Burger, Pizza und Familienpizza“), seinem Mops „König“ Otto, seiner Darmspiegelung und den abenteuerlichen Urlaubsreisen mit seinen Eltern. Auch mit dem Fernsehprogramm und dem Bedürfnis von Jugendlichen, ihr Essen zu fotografieren, rechnet er ab. Trotz etwas angeschlagener Stimme lässt es sich Bielendorfer nicht nehmen, jedem eine andere Stimme zu geben – seine Freundin beispielsweise spricht er mit hoher Fistelstimme, seinen Vater sehr trocken.

Null Punkte

Während das Publikum begeistert ist, schafft es Bielendorfer meist, ernst zu bleiben und besonders die Lesung aus seinen Tagebüchern – unter anderem über Ludger, der so gar nicht das typische Kind ist – mit überzeugender Nüchternheit vorzutragen.

Einige der Geschichten stammen aus seinem ersten Buch „Lehrerkind – lebenslänglich Pausenhof“. So zum Beispiel die Ausführungen über die Bundesjugendspiele: „Ich hab zu Hause noch drei Teilnehmerurkunden mit null Punkten.“, erklärt Bielendorfer und stellt fest, dass die Ehrenurkunde das einzige Dokument sei, dass man in seiner schulischen Laufbahn erhalten kann, welches vom Bundespräsidenten unterschrieben wird. „Man kann ein Abi von 1,0 machen und nebenbei noch Krebs heilen und bekommt dafür weniger Aufmerksamkeit.“

Tipp für Schüler

Für Schüler und Schülerinnen, die Schwierigkeiten damit haben, aus sich heraus zu gehen oder Freunde zu finden, hat er einen Tipp: „Finde etwas, in dem du besonders gut bist und werde darin so gut, dass dich die anderen nicht mehr ignorieren können.“

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2016-01-18 19:00
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