Bahn kündigt Mietvertrag mit Eisenbahnmuseum

Der Ringlokschuppen hinter dem Siegener Bahnhof: 17 Jahre lang das Zuhause der Eisenbahnfreunde Betzdorf, 2012 wurden Pläne begraben, die Gebäude umzubauen.
Der Ringlokschuppen hinter dem Siegener Bahnhof: 17 Jahre lang das Zuhause der Eisenbahnfreunde Betzdorf, 2012 wurden Pläne begraben, die Gebäude umzubauen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die DB Immobilien hat den Mietvertrag für den Ringlokschuppen in Siegen mit dem Südwestfälischen Eisenbahnmuseum gekündigt.

Siegen..  Das bestätigte am Mittwoch eine Bahnsprecherin: „Davon betroffen ist ebenfalls der Kooperationsvertrag zwischen dem Museum und den Eisenbahnfreunden Betzdorf.“ Damit sind nicht zuletzt die Dampfzugfahrten des Vereins buchstäblich Geschichte.

Zu den Hintergründen will sich das Museum, das den Eisenbahnfreunden einen Teil des Schuppens untervermietete, am Donnerstag näher äußern.

Anderer Standort?

„Grund für die Kündigung war die wiederholte Nichteinhaltung des Mietzwecks durch die Mieter“, heißt es von Seiten der Bahn weiter. Zu Details wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Was mit dem denkmalgeschützten Ringlokschuppen geschehen soll, ist derzeit unklar. „Bevor über eine weitere Nutzung oder Vermietung des Geländes entschieden werden kann, muss die Mietfläche instand gesetzt werden“, betonte die Sprecherin.

„Nach 17 erfolgreichen Jahren müssen die Eisenbahnfreunde Betzdorf ihren Fahrbetrieb mit sofortiger Wirkung einstellen“, schreibt der Verein im Netz. „Für uns ist es sehr traurig, eine solch schwierige Entscheidung treffen zu müssen. Gleichzeitig laufen Planungen für eine mögliche Neuausrichtung des Vereins von einem anderen Standort aus“, heißt es weiter. Im Ringlokschuppen lagern die Eisenbahnfreunde derzeit unter anderem zwei Fremdfahrzeuge.

Wo es für die Fans historischer Schienenfahrzeuge weitergehen soll, ist im Augenblick noch völlig offen, sagte am Mittwoch der 1. Vorsitzende Karl Schäfer. In Siegen sei zwar ein Gleis angemietet, als Dauerlösung jedoch scheide diese Möglichkeit aus. „Die Fahrzeuge stehen dann ja auf freiem Gelände“, betonte Karl Schäfer.

Das denkmalgeschützte Gebäude unweit des Bahnhofs hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Jahr 2012 scheiterte der Umbau des Ringlokschuppens. Der Trägerverein des Eisenbahnmuseums gab damals das Vorhaben auf, den Ringlokschuppen um- und auszubauen (wir berichteten). Er verzichtete auf 715 000 Euro öffentliche Förderung. Denn der Verein selbst hätte eine Bürgschaft über 450 000 Euro aufbringen müssen, um an das Geld zu kommen. Damals unmöglich.

Einnahmequelle bricht weg

Das vorläufige Aus für die Sonderzugtouren – auch für die Vier-Flüsse-Fahrt am Sonntag, 7. Juni – trifft die Eisenbahnfreunde hart. Auf einen Schlag bricht die wichtigste Einnahmequelle weg. „Damit haben wir bislang unsere Fahrzeuge finanziert“, sagte Karl Schäfer.

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