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Bäder machen künftig früher zu

27.09.2010 | 17:30 Uhr
Bäder machen künftig früher zu
Das könnte das Allwetterbad in der Gambach sein.

Freudenberg.Hallen- und Freibad werden künftig nur noch im Zweischichtbetrieb geöffnet sein. Das hat der Rat der Stadt mit den Stimmen von CDU und FDP beschlossen.

Auf die Wiederbesetzung der dritten Schwimmmeisterstelle, die ab 1. Januar 2011 durch Eintritt des Stelleninhabers in die Altersteilzeit entfällt, wird verzichtet.

Das hat zur Folge, dass das Hallenbad statt bisher 60,25 Stunden nur noch 52,25 Stunden geöffnet sein wird – allerdings nur noch im Wechsel von zwei statt bisher drei Bademeistern beaufsichtigt. Samstags bleibt das Bad auch weiterhin geschlossen. Im Freibad ist eine tägliche Öffnungszeit von 10.30 bis 18.30 Uhr vorgesehen, die allerdings aus Witterungsgründen vorzeitig beendet werden kann.

„Riesendefizit“ soll
gesenkt werden

Bürgermeister Eckhard Günther machte die Notwendigkeit deutlich, das „Riesendefizit“ der beiden Bäder zu senken. Allein durch Verzicht auf den dritten Bademeister kann Freudenberg 40 000 Euro im Jahr einsparen. Mit einer maßvollen Anhebung der Eintrittspreise, die im übrigen von allen Fraktionen akzeptiert wurde, kann der jährliche Fehlbetrag künftig von 288 000 auf rund 211 000 Euro reduziert werden. „Kaputt gemacht“ werde das städtische Badeangebot dadurch nicht, betonte Günther.

Die SPD beharrte jedoch darauf, zumindest für die Dauer eines Jahres einen dritten Schwimmmeister befristet einzustellen. Klaus Krämer befürchtete, dass mit nur zwei verantwortlichen Aufsichtspersonen die Gefahr bestehe, dass der Badebetrieb nicht aufrechtzuerhalten sei – wenn der eine Bademeister in Urlaub ist und der andere in dieser Zeit erkranken sollte. Krämers Fraktionskollege Ulrich Haas sah schon „den Anfang vom Ende“ der Freudenberger Bäder, deren künftige Ausrichtung die politischen Gremien noch nicht ausdiskutiert haben. Haas fragte nach, ob vor dem Hintergrund der interkommunalen Zusammenarbeit nicht ein dritter Bademeister aus einer Nachbarkommune – etwa aus Siegen – bei Bedarf ausgeliehen werden könnte.

CDU-Fraktionschef Peter Kulik nannte die Argumentation der SPD „nicht ehrlich“, sei sie es doch gewesen, die bei den letzten Haushaltsberatungen auf Personalkosteneinsparungen gedrängt habe. Nun komme es zum „ersten Schwur“, und die SPD falle wieder um. SPD-Ratsherrin Ursula Kray fand allerdings, dass es „genügend Potenzial“ in anderen Bereichen gebe, um Personalkosten einzusparen.

„In dem Beruf gibt es
keine Arbeitslosen“

CDU-Stadtverordneter Achim Loos schlug vor, über die Gründung eines Fördervereins für die städtischen Bäder nachzudenken oder nach Sponsoren zu suchen. Auf jeden Fall sollten Hallen- und Freibad, wenn auch unter „eingeschränkten Bedingungen“, erhalten bleiben. Wenig Chancen für die Gewinnung eines Schwimmmeisters für nur ein Jahr sah hingegen Rudolf Kalteich (FDP): „Sie werden keinen kriegen. In dem Beruf gibt es keine Arbeitslosen.“

Bei acht Gegenstimmen und einer Enthaltung (Christiane Berlin) setzten sich CDU und FDP durch. Auch Werner Steuber (Grüne) stimmte für die neuen Bäderöffnungszeiten. Er warf der SPD vor, „ihre eigenen Vorsätze zu untergraben“.

WR-Redaktion Siegen

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