Ausschuss
Bäder liegen Politik am Herzen
02.09.2010 | 17:30 Uhr 2010-09-02T17:30:00+0200
Freudenberg.Mit Eintritt des Stelleninhabers in die passive Phase der Altersteilzeit will die Stadt Freudenberg einen ihrer drei Schwimmmeister für Hallen- und Freibad einsparen.
Damit soll ein Beitrag zum Abbau der Personalkosten geleistet werden, zumal die Politik der Verwaltung vorgegeben hat, innerhalb der nächsten Jahre 450 000 Euro einzusparen.
Die SPD-Fraktion hatte selbst in den Haushaltsplanberatungen das Sparvolumen vorgegeben. Nun aber sah Fraktionschef Horst Fischer die Gefahr, dass die beiden defizitären Bäder durch die Personalmaßnahmen „Zug um Zug geschlossen“ werden könnten. Zumindest äußerte Fischer als Vorsitzender des Schul- und Sportausschusses diese Befürchtung. Das aber laufe den Bestrebungen der Stadt zuwider, das Bäderwesen „weiterzuentwickeln“.
Auf ein Jahr befristen
Vorgesehen ist zum Beispiel die Kombination von Freibad und Hallenbad im Gambachtal, um auch weiterhin das Schulschwimmen ganzjährig zu ermöglichen. Um diese Option nicht zu verbauen, schlug Fischer vor, dass die dritte Schwimmmeisterstelle erhalten bleibt – vorläufig befristet auf ein Jahr.
Kornelia Busch-Pfaffe (CDU) meldete Zweifel an, ob eine solche Anstellung realisierbar sei. Ihre Fraktion stimme mit dem Vorschlag der Verwaltung überein, die dritte Stelle wegfallen zu lassen: „Damit ist der Weg nicht verbaut, aber das Sparpotenzial ausgenutzt.“ Insgesamt seien die Bäder dann nur sieben oder acht Stunden wöchentlich weniger geöffnet. Selbst wenn einer der Schwimmmeister ausfiele, sei es verkraftbar, wenn das Hallenbad – es ist immer nur eines der Bäder geöffnet – für zwei bis drei Wochen geschlossen sei.
Solche Perspektiven erbosten Ulrich Haas (SPD), der der CDU vorwarf, das Bäderwesen „kaputt zu sparen“. Vor allem im Interesse der Frühschwimmer solle die Schwimmmeisterstelle erhalten bleiben. Und wenn demnächst das Jugend- und Freizeithotel kommen sollte, sei ein solches Angebot ohnehin nötig: „Wollen Sie das Schwimmen abschaffen?“
Schließlich stimmten SPD, Grüne und Alternative Liste für die befristete Beibehaltung der dritten Stelle, während CDU und FDP dem Verwaltungsvorschlag folgen wollten. Bürgermeister Eckhard Günther fand deutliche Worte für das Abstimmungsergebnis: Der SPD warf er vor, ihre eigenen Sparvorschläge zurücknehmen zu wollen.
24 Stunden am Tag?
Aber es gehe nur eins – entweder die Stelle und damit Kosten einzusparen oder „24 Stunden am Tag ein beleuchtetes Freibad mit warmem Wasser“. Ohnehin wisse er nicht, was geschehen würde, wenn die schon veraltete Technik im Hallenbad nicht mehr funktioniere. Dann wäre die Stadt ohnehin gezwungen, es komplett zu schließen.
Übereinstimmung gab es hingegen im zweiten Beschluss zur Sache: Die von der Verwaltung vorgegebene Änderung der Eintrittspreise für Hallen- und Freibad wurde leicht verändert. So werden die Eintrittspreise für Kinder im Freibad nicht von 1 auf 2 Euro verdoppelt, sondern lediglich auf 1,50 Euro. Im Hallenbad sollen Kinder künftig 2 (bisher 1,50) statt der vorgeschlagenen 2,50 Euro zahlen. Statt Saisonkarten gibt es künftig Zwanzigerkarten.
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