Außerordentliches leisten

Siegen..  Schulisches Engagement, außerschulischer Einsatz und Interesse an der Stellung der Frau in der Gesellschaft – dies sind drei der fünf Kriterien, die zur Bestimmung der Siegerin des Zonta Oscars betrachtet werden.

Verliehen wird der Preis von der Jury des Zonta Clubs Siegen Area. Vergangenen Mittwoch durften zum elften Mal seit Clubgründung drei Schülerinnen die Auszeichnungen entgegen nehmen. Alle Bewerberinnen engagierten sich überdurchschnittlich und leisteten „in ihrem Umfeld Außerordentliches“, so Projektbeauftragte Ingrid Sangermann.

Zonta-Säule gewonnen

Mit den beiden zweiten Plätzen ausgezeichnet wurden Pia Marie Clemens vom St. Franziskus Gymnasium Olpe sowie Lena Boeck, Schülerin der Gesamtschule Eiserfeld. Die Gewinnerin des ersten Preises, und damit auch der Zonta-Säule, die jedes Jahr in der Schule der Gewinnerin aufgestellt wird, war Pia Katharina Rautenberg.

Die Schülerin der Rudolf Steiner Schule in Siegen überzeugte die Jury durch ihre engagierte Mitarbeit als Schülersprecherin, sowie ihren außerschulischen Einsatz. So besucht sie einmal im Jahr einen Demeter-Bauernhof um dort mitzuhelfen und hat bereits internationale Erfahrungen in Norwegen gemacht, wo sie mit geistig und körperlich behinderten Menschen arbeitete. Die Hälfte des Preisgeldes über 250 Euro möchte sie an ein Projekt spenden, das Notfallpädagogen unterstützt, die traumatisierte Kinder im Gazastreifen betreuen.

Poetry-Slam vorgetragen

Die Gewinnerin betonte in ihrer Selbstvorstellung, dass besonders die Unterstützung und positive Rückmeldung ihrer Mitmenschen auf ihre Arbeit ihr größter Ansporn sei. Auch ließ die 17-jährige es sich nicht nehmen, zum Abschluss ihrer Rede einen selbstverfassten Poetry Slam-Beitrag vorzutragen, der das Ziel ihrer Arbeit deutlich machte: „Wir können die Welt verändern und es liegt in unserer Hand. Jeder Mensch kann anderen helfen – ist doch allgemein bekannt“.

Damit dürfen sich ab jetzt nicht nur Schülerinnen von weiterführenden Schulen angesprochen fühlen. Ab diesem Jahr ist es nicht mehr nur ihnen erlaubt, sich für den Zonta Oscar zu bewerben, sondern allen Mädchen im Alter von 16 bis 19 Jahren, die sich ehrenamtlich betätigen.

Dies sei, laut Sangermann, als Antwort auf G8 sehr wichtig, da der Großteil der 19-jährigen bereits nicht mehr die Schule besucht und ihnen auf diesem Weg die Möglichkeit zur Teilnahme erhalten bleibt.