,Ausgekungelte’ Eisenstraße
08.02.2012 | 19:51 Uhr 2012-02-08T19:51:00+0100
Freudenberg.Die „Alte Eisenstraße“ war das bislang letzte Gewerbegebiet, das die Stadt Freudenberg erschlossen hat. Übertragen hat sie diese Aufgabe der Stadtsparkasse, die mit ihrer Tochtergesellschaft S-Infrastruktur die 15 Hektar inzwischen erfolgreich vermarktet hat. Verkauft sind die Flächen allesamt, wenn auch längst noch nicht bebaut.
Doch in der Diskussion des Stadtentwicklungsausschusses über die Erweiterung der Wilhelmshöhe II hinter dem Briefzentrum wurden Zweifel laut, ob sich die Stadt nicht selbst um die Chance gebracht hat, Einfluss auf die Ansiedlungspolitik zu nehmen. Denn es schimmerte mehr als nur Unzufriedenheit in Bezug auf die Zusammensetzung der Branchen an der Alten Eisenstraße durch.
Arno Krämer (SPD) aus Lindenberg, der zu den Gegnern des auf 30 Hektar Hauberg entstandenen Gewerbegebiets gehörte, fragte: „Wo sind die Arbeitsplätze, wo ist das produzierende Gewerbe, wo sind die Ausbildungsplätze?“ Stattdessen sehe er Tagungshotels, Lagerhallen und Schotterplätze. Die ganze Realisierung dieses Gewerbegebiets sei „ausgekungelt“ worden: zwischen einem Besitzer (einer Waldgenossenschaft), der das Steuergeld Freudenberger Bürger bekommen habe, und einem Investor.
Hans-Dieter Wierczoch (AL) stellte bei Betrachtung der Wilhelmshöhe-West die Frage, „wie wir von einem Transportunternehmen“ profitieren, und plädierte dafür, „Firmen anzusiedeln, die für die Kasse was bringen“.
Für Dieter Ohrndorf (Grüne) war das längst fertiggestellte Gewerbegebiet ein „rotes Tuch“. Deshalb wundere er sich über Aussagen wie die von Ulrich Irle (CDU) aus Büschergrund, der gegen die Erweiterung der Wilhelmshöhe ähnlich argumentiert wie seine Parteifreunde seinerseits gegen das Projekt Hommeswiese II: „Wilhelmshöhe-West ist dasselbe wie Ischeroth und ein noch massiverer Eingriff in die Natur.“
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