Ausbildung – IHK macht jungen Flüchtlingen Angebot

Eine Qualifizierungsmaßnahme für junge Flüchtlinge will die IHK Siegen anbieten.
Eine Qualifizierungsmaßnahme für junge Flüchtlinge will die IHK Siegen anbieten.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die IHK Siegen will jungen Flüchtlingen Qualifizierungangebote machen, damit sie sich schneller in den Arbeitsmarkt intergieren. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider überzeugt die Idee.

Geisweid..  Das „Haus der Berufsvorbereitung“ ist nur eines der Projekte, mit dem sich die IHK Siegen und ihre Partner einen guten überregionalen Ruf erworben haben. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider lobte die Maßnahmen in Sachen Berufsaus-, Fort- und Weiterbildung der Kammer gestern als „beispielhaft für NRW“ und auch die Bundesebene. Dazu unterstrich er bei seinem Besuch im Geisweider Berufsbildungszentrum (bbz) seine Unterstützung beim jüngsten und sehr aktuellen Projekt in diesem Portfolio: Einer Qualifizierungsmaßnahme für junge Flüchtlinge.

Die Vollversammlung habe im Dezember 50 000 Euro für diese Maßnahme bereitgestellt, mit der junge Asylbewerber und Flüchtlinge im Alter zwischen 17 und 25 aus der Falle des wochen- und monatelangen erzwungenen Nichtstuns herausgeholt werden sollen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener und dankte dem Gast, dass dieser umgehend 75 000 Euro aus den Mitteln seines Ministeriums dazugegeben habe: „Eine ganz tolle Auszeichnung für uns.“

Start der Qualifizierung am 1. April

Mit diesem Geld soll bis zu 36 jungen Menschen ein Angebot gemacht werden, zunächst drei Monate lang zehn Stunden die Woche in Sechser-Gruppen sinnvolle Dinge aus Metall herzustellen. „Eine Bastelgruppe“, ergänzte bbz-Geschäftsführer Klaus Fenster. Die neun talentiertesten Teilnehmer sollen dann ein Vertiefungsangebot bekommen, das aus einer Grundqualifizierung Metall und einer zusätzlichen schweiß- oder drehtechnischen Qualifizierung besteht. Allerdings wolle er auch dafür sorgen, dass ein möglicher zehnter Aspirant nicht abgewiesen werden müsste, fügte Fenster an.

Das Angebot soll zum 1. April starten und freiwillig sein. Fenster hat sich bereits bei der Stadt Siegen versichert, dass dort aktuell mehr als genug potenzielle junge Flüchtlinge leben. Ziel sei neben der grundsätzlichen Beschäftigung der Menschen eine Sicherung der Fachkräfte für die Region, unterstreicht Gräbener. Die sei ohne Zuwanderung nicht zu haben. Und: „Vielfalt schadet nicht“, stellte er fest. In diesem Sinne sollen die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, Deutsch zu lernen und am erfolgreichen Ende der Maßnahme in Firmen vermittelt werden.

Minister Schneider erinnerte daran, dass viele der Flüchtlinge aus Syrien oder dem Nord-Irak bereits eine sehr gute schulische Ausbildung und auch entsprechende berufliche Qualifizierungen mitbrächten, ganz im Gegenteil zu vielen Flüchtlingen, die in den 90er Jahren nach Deutschland gekommen seien: „Wir brauchen diese Menschen.“

Direkt in Burbach ansprechen

In diesem Sinne mache es Sinn, die Flüchtlinge nicht erst nach der Verteilung in die Kommunen abzuholen, knüpfte Klaus Gräbener hier an. Die beste Lösung sei, die Menschen direkt in Burbach anzusprechen und ihre Qualifikation festzustellen. Der nötige Antrag auf eine Anerkennung ihrer Abschlüsse in Deutschland könne dann viel früher gestellt und auch beschieden werden. Das sei allerdings kompliziert und brauche noch etwas Zeit, schränkte der Hauptgeschäftsführer ein. Es gebe aber bereits Gespräche mit der Bezirksregierung.

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