Aus den Steinen der Schule wachsen Blumen und Gemüse

Aus Steinen der alten Salchendorfer Grundschule haben die Kindergartenkinder ein Hochbeet gemauert.
Aus Steinen der alten Salchendorfer Grundschule haben die Kindergartenkinder ein Hochbeet gemauert.
Foto: Antonia Jost

Netphen-Salchendorf..  Ein Stück bleibt von der katholischen Grundschule: Nach dem Abriss im März kam Monika Wüst, der stellvertretenden Leiterin des katholischen Kindergarten St. Nikolaus, der Gedanke, einige Steine in das von ihr geplante Hochbeetprojekt einzubauen. „Die Idee kam uns an Aschermittwoch. Inspiriert vom Thema Auferstehung wollten wir ein kleines Stück der alten Schule für unser Hochbeet verwenden, um die Erinnerung daran im Ort zu behalten.“

Viele waren betroffen vom Abriss der über 100 Jahre alten Grundschule, die vor fast genau einem Jahr geschlossen worden ist. Seitdem werden die Kindergartenkinder nicht mehr gegenüber, sondern in Deuz eingeschult. Monika Wüst fragte die Bauarbeiter, ob sie einige der übrig gebliebenen Steine mit den Kindern verarbeiten könne. „Wir haben damit gerechnet, dass wir die Steine von der Baustelle holen müssen, aber eines Morgens lagen sie auf unserem Parkplatz.“ Eine ganze Baggerschaufel voll Steine, ungefähr 150 Stück, hatte das Bauunternehmen ihnen überlassen.

Mit Bauklötzen geübt

Die „Pfiffikusse“ — das sind die Kinder, die im nächsten Jahr Schulkinder sind — übten zuerst an Bauklötzen die Benutzung einer Wasserwaage, bevor es richtig losging. Unter der Leitung von Maurer Günter Wüst durften die Kinder selbst die Steine schichten und bei der Vorbereitung des Geländes helfen. „Ursprünglich wollte ich das Projekt nur mit den Pfiffikussen machen, aber alle Kinder waren interessiert und durften mithelfen.“

So schleppten alle fleißig Steine, halfen beim Säubern und Stapeln, sammelten Stöcke, um das Hochbeet zu füllen und schauten beim Anmischen des Zements zu. Das Hochbeet, 175 Zentimeter lang, 100 breit und 50 hoch, soll als Nutzgarten dienen und bald mit Möhren und Radieschen sowie Blumen bepflanzt werden. Die niedrige Höhe bietet allen Kindern die Möglichkeit, der Natur in „ihrem“ Hochbeet genau zuzuschauen.