Auf der Sonnenseite
28.04.2010 | 18:09 Uhr 2010-04-28T18:09:00+0200
Mit ihrem Wunsch nach Sonne satt stehen Tanja Bosch, Christa Grasbon-Friese und Carsten aus der Fünten nicht alleine da. Doch für sie bedeutet bestes Wetter zugleich beste Energiegewinnung.
Sie sind drei von zehn Mülheimern, die von der Stadt einen Zuschuss von 2000 € für die Einrichtung einer Photovoltaik-Anlage bekamen.
2009 gewann die Stadt für die energetische Sanierung des Technischen Rathauses den Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“ und 50 000 € Preisgeld. Da dieses wieder in den Klimaschutz investiert werden muss, entschied das Amt für Umweltschutz, einen Fördertopf für Solaranlagen in Höhe von 20 000 € einzurichten. Die restlichen 30 000 € fließen in verschiedene Projekte, wie etwa die Unterstützung Bedürftiger bei der Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte.
Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen ist für Umweltdezernentin Helga Sander Teil der „Solaroffensive 2010“. Bereits Anfang 2009 ging das Solarkataster online, ebenfalls finanziert durch das Preisgeld. Es ermöglicht Mülheimern, im Internet zu prüfen, ob ihre Dächer für Solaranlagen geeignet sind. Der nächste Schritt sei nun, auf Unternehmen zuzugehen. Im Juni gibt’s eine Veranstaltung mit Mülheim&Business. „Wir sehen dort großes Potenzial“, sagt Sander. Dass „der Umweltgedanke im Bewusstsein der Mülheimer angekommen ist“, zeige nicht zuletzt der große Zugriff auf das Solarkataster – der Internetdienst war zuerst überlastet zusammengebrochen.
Carsten aus der Fünten war einer derjenigen, die ihr Haus online prüften: „Das war der Auslöser, sich wieder damit zu beschäftigen.“ Die Förderung brachte ihn dazu, es intensiver zu tun. Aus der Fünten nennt sich einen „Solarfan“; ein anderes Gebäude bestückte er bereits mit Modulen. Eine 9,2-Kilowatt-Anlage lässt er nun neu installieren: „Die grobe Kalkulation geht von 8000 Kilowattstunden pro Jahr aus, umgerechnet ein monatlicher Ertrag von 250 €.“
Auch Christa Grasbon-Friese beschäftigt sich lange mit Solarenergie, legte bereits beim Hausbau 1996 den Grundstein. Den Einbau habe man in diesem Jahr sowieso angehen wollen: „Als wir von der Förderung hörten, haben wir uns beeilt.“ Eine Fünf-Kilowattanlage wird es bei ihr: „Wenn sich das Ganze amortisiert hat, können wir damit unseren Strombedarf gut decken.“ Tanja Bosch deckt mit ihrer 4,3-Kilowatt-Anlage zuerst den Eigenbedarf und speist dann den Überschuss ein. „Wir sind sicher, dass das nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch eine sinnvolle Investition ist.“
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