„Auch unser Leben ist normal“
21.08.2011 | 14:36 Uhr 2011-08-21T14:36:00+0200
Siegen. Die Regenbogen-Flagge hissten am Samstag viele Homosexuelle und Transgender auf dem Maria-Rubensplatz. Zum zwölften Mal veranstaltete eine Initiativengemeinschaft den Siegener Chrostpher Street Day mit vielen Infoständen und einem Bühnenprogramm auf der Siegplatte und einer Abschlussparty in der Siegerlandhalle.
Die Regenbogen-Flagge hissten am Samstag viele Homosexuelle und Transgender auf dem Maria-Rubens-Platz. Zum zwölften Mal veranstaltete eine Initiativengemeinschaft den Siegener Christopher Street Day mit 24 Infoständen und einem Bühnenprogramm auf der Siegplatte sowie einer Abschlussparty in der Siegerlandhalle.
Was vor zwölf Jahren als kleines Fest hinter der Diskothek Darling in Geisweid begann, hat wegen des wachsenden Zuspruchs mehrere Ortswechsel hinter sich. Und nun steht wieder einer bevor: denn wegen des Abrisses der Siegplatte im Rahmen von „Siegen zu neuen Ufern“ müssen sich die Frauen und Männer vom „anderen Ufer“ eine neue Fläche für den CSD suchen.
Nur die Hälfte der
Besucher aus der Szene
Ansgar Cziba, Vorstand der Schwulen Initiative Siegen und Mitorganisator des CSD, sieht der Standortsuche gelassen entgegen: „Die Siegplatte ist ja jetzt auch schon voll“, sagt er am Samstagnachmittag mit einem Blick auf den Festplatz. Vor einigen Jahren habe man wegen des zu großen Andrangs bereits die Poststraße verlassen. Es gebe zwar noch kein konkretes Konzept für einen neuen CSD-Standort, aber dem Team werde schon etwas einfallen. Auf einen Platz außerhalb der Innenstadt, wie etwa den Parkplatz der Siegerlandhalle wolle man ungern ziehen. Denn schließlich geht es den Beteiligten des CSD darum, sich zu zeigen und klar zu machen, „auch unser Leben ist normal“. Und das gelingt am Samstag mit Erfolg: „Die Resonanz ist dieses Jahr sehr groß“, so Cziba. Nur etwa die Hälfte des Publikums käme seiner Schätzung nach aus der Szene. Cziba freut das von Jahr zu Jahr steigende Interesse der Bürger und damit auch die steigende Toleranz gegenüber Homosexuellen im Siegerland. „Wir wollen uns nicht verstecken müssen und da sind wir nun fast angekommen.“ Was für die öffentliche Wahrnehmung in Siegen gilt höre aber oft am Arbeitsplatz in der Region auf. „Nur etwa 20 Prozent der Homosexuellen outen sich auf der Arbeit“, schätzt Cziba. Sie wollten sich Aufstiegschancen nicht verbauen. Vor allem bei gläubigen Arbeitgebern herrsche nach wie vor repressive Stimmung.
Bezüglich des CSD bedauert der Organisator nur eines: Wie bereits vor einigen Jahren habe man am Rathaus die Regenbogenflagge hissen wollen. In anderen Städten, wie in Iserlohn, habe das zum CSD Tradition. Der Bürgermeister lehnte ab, mit Verweis auf die Verletzung der Flaggenordnung. Steffen Mues steht der Veranstaltung aber offen gegenüber. In den vergangenen zwei Jahren sprach er auf der Bühne. Dieses Mal übernahm das Tanja Wagener, als Vorsitzende des Bezirksausschusses Siegen Mitte, quasi als Urlaubsvertretung des Bürgermeisters.
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