Das aktuelle Wetter Siegen 13°C
Winterdienst geht an die...

Auch den NRW-Streusalz-Königen" geht langsam das Salz aus

14.02.2010 | 15:20 Uhr
Auch den NRW-Streusalz-Königen" geht langsam das Salz aus

Siegen. Lob für die Mitarbeiter des Winterdienstes gibt es vom ersten Bürger der Stadt: „Einen solchen Winter habe ich – zumindest bewusst – noch nicht erlebt”, würdigte Bürgermeister Steffen Mues den wochenlangen Einsatz.

Er zog eine erste umfassende Zwischenbilanz des Winterdienstes 2009/2010 und machte anhand einer detaillierten Auflistung von Zahlen und Fakten deutlich, dass dieser Winter in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen fällt. So hat der Winterdienst der Stadt Siegen zum Stichtag 10. Februar bereits 31 so genannte Volleinsätze gefahren, bei denen alle 22 Fahrzeuge und alle der rund 80 Mitarbeiter als Handstreuer unterwegs waren. Hinzu kommen 22 Teileinsätze, bei denen der Winterdienst mit vier bis fünf Fahrzeugen in Aktion trat. Und am Wochenende ging es weiter: Ein Ende des schneereichen Winters ist noch nicht absehbar.

In einem „normalen” Winter werden insgesamt nur rund 15 Voll- und 20 Teileinsätze fällig. Die Fahrzeuge räumen dabei jeweils von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends – die Handstreuer sind von 5 bis 19.30 Uhr unterwegs. Die Stadt Siegen hatte, so Mues, vor dem Winter 3500 Tonnen Salz im Bunker auf der Eintracht eingelagert; vor kurzem seien noch 100 Tonnen zusätzlich geliefert worden.

Enormer Salzverbrauch bereitet Probleme

Seit Dezember haben die Mitarbeiter des Siegener Winterdienstes alle Hände voll zu tun – bis zu 18 Stunden täglich.

Lange Zeit war Siegen damit – im Gegensatz zu anderen NRW-Kommunen – sehr gut gerüstet. „Wir waren vor wenigen Wochen noch die Streusalz-Könige von NRW!”, so Siegens Bürgermeister scherzhaft. Inzwischen zolle jedoch auch der städtische Winterdienst den andauernden extremen Verhältnissen Tribut: Momentan umfasst das Lager auf der Eintracht nur noch rund 300 Tonnen Salz.

„Leider ist es derzeit für uns als Kommune schwierig bis unmöglich, Nachschub zu bekommen. Und das ärgerlicherweise trotz eindeutiger vertraglicher Zusagen”, sagt Mues. Gestreut würden daher nur noch besonders verkehrswichtige und gefährliche Stellen (Steigungen); die übrigen Straßen werden nur noch von Schnee freigeschoben, wobei sich durch die vereisten Schneemassen zusätzliche Schwierigkeiten ergäben, indem selbst die dort eingesetzten Unimogs und Traktoren an ihre Grenzen stießen – und teilweise kapitulieren müssten. Zum Teil käme es durch in den Straßen geparkte Autos auch zu gefährlichen Engpässen. „All diesen Widrigkeiten zum Trotz mühen sich die Mitarbeiter des Winterdienstes redlich, sowohl den Interessen der Fußgänger als auch der Autofahrer gerecht zu werden”, warb Siegens Bürgermeister bei der Bevölkerung um Verständnis und zugleich um Geduld, wenn es teilweise länger dauere, bis die Straßen wieder frei sind.

Kosten explodieren: Verdoppelung droht

Nicht nur, dass der Winter wegen des Frosts verstärkt Löcher in die Straßen sprenge. Auch neue Löcher im Haushalt tun sich auf: Denn ein „normaler” Winter schlägt durchschnittlich mit circa 900 000 Euro für den städtischen Winterdienst zu Buche. Aufgrund der bereits jetzt erfolgten Einsätze und des Salzverbrauchs lasse sich schon vorhersagen, dass sich die Kosten für den Winterdienst 2009/2010 mehr als verdoppeln würden.

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
18.03.2010
18:45
Auch den NRW-Streusalz-Königen geht langsam das Salz aus
von _:Brain:_ | #2

Eventuell sollte man, statt billiger Teerdecke, die eh jedes Jahr für 900.000 Euro erneuert werden muss, wieder zum guten, alten Kopfstenpflaster zurückkehren.

Es muss ja nicht Kopf-Form haben, aber Lücken, damit Wasser darin bis in die Fundamente und darunter versichern kann.

Klar kostet das Legen ei wenig mehr, dafür muss es nicht nach jedem Winter runderneuert werden.

Und es sorgt auch dafür, dass dich die motorisierten Verkehrsteilmehmer mehr an die Geschwindigkeitsbegrwnzung (50 km/h innerorts!) halten würden.

Aber dann würden ja die Einnahmen aus den Radarkontrollen sinken....

... ein Teufelskreis.

15.02.2010
21:15
Auch den NRW-Streusalz-Königen geht langsam das Salz aus
von Eine Wissende | #1

Es kann doch nicht sein, dass die Salzbevorratung immer weiter erhöht wird.Lob für den Winterdienst ist gut, denn der kann nichts für die Situation. Sie sollten jedoch mal fragen, warum die Salzbergwerke im Gegensatz früherer Geflogenheiten nichts mehr nachliefern. Wird das dreifache zu Lasten der Umwelt verbraucht und ist deshalb nichts mehr da. Dann werden wir wie 1979 keinen heilen Straßenbaum mehr haben. Die folgen für unsere saubere Luft wären verherend. Oder liefern die Bergwerke zu viel ins Ausland? Da sollten Sie die IHK einschalten, denn es kann doch nicht sein, dass Siegen die Lagerhaltung vor ein paar Jahren vervielfacht hat und immer noch nicht mit dem Streugut hinkommt. Bitte einmal nachdenken, denn die Kosten trägt der Gebührenzahler.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2564046/create

Aktuelle Fotos und Videos
Zeltparty mit Gentleman
Bildgalerie
KulturPur 2012
Die Topacts von Kultur Pur
Bildgalerie
Kultur Pur 2012
Kultur Pur mehr als Musik
Bildgalerie
KulturPur 2012
Tanzhommage an Queen
Bildgalerie
Kultur Pur 2012
Aus dem Ressort
Alte Straßen-Ideen sind nicht vergessen
Wieder aufgerollt
Wenn Kreisverkehrsausschuss und Kreistag über die Wünsche für den nächsten Bundesverkehrswegeplan entscheiden, können alte Debatten neu geführt werden.
Die Herrgottschnitzer aus dem Setzetal
Handwerk
Eine steile eiserne Treppe führt hinauf zum Garagen-Obergeschoss von Gerd Engelhard im Niedersetzener Brachhain 37. Niemand vermutet am Ende dieser Himmelsleiter etwas Besonderes.