Anlagenbauer SMS kämpft weiter mit Auftragsrückgang

Bilanz-Pressekonferenz der SMS-Group in Düsseldorf: Sprecher Burkhard Dahmen hat nur mäßig gute Nachrichten.
Bilanz-Pressekonferenz der SMS-Group in Düsseldorf: Sprecher Burkhard Dahmen hat nur mäßig gute Nachrichten.
Foto: Matthias Graben
Was wir bereits wissen
Der Maschinen- und Anlagenbauer SMS mit Stammsitz Hilchenbach hat sich ein striktes Kostensenkungsprogramm verordnet. Nun hat er Bilanz für das Geschäftsjahr 2014 gezogen. Die Stahl-Kunden halten sich weiter zurück. In einigen Abteilungen steht Kurzarbeit an.

Düsseldorf/Hilchenbach.. Die geschäftliche Gegenwart sieht für den Maschinen- und Anlagenbauer SMS mit Stammsitz in Hilchenbach unverändert düster aus - auch im vergangenen Geschäftsjahr blieb der Auftragseingang wegen der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Stahl-Kunden rückläufig, das Vorsteuerergebnis brach infolge der Restrukturierungsaufwendungen in der Gruppe von 178 Millionen Euro (2013) auf 31 Millionen Euro regelrecht ein.

Das Unternehmen will im Werk Hilchenbach Ende des Jahres „in einigen Abteilungen“ mit Kurzarbeit beginnen, nicht aber in der Fertigung. Die Beschäftigung in der Werkstatt sei für dieses Jahr gesichert. Die unsichere Marktlage führe auch zur Verschiebung des Umzuges der SMS-Hauptverwaltung von Düsseldorf nach Mönchengladbach auf unbestimmte Zeit, wie Burkhard Dahmen, Sprecher der Geschäftsführung der SMS-Holding, bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf bekanntgab.

Leitmesse in Düsseldorf

Dennoch sieht Dahmen einen Silberstreif am Horizont. Nach dem positiven, von guten Gesprächen geprägten Verlauf der Metallurgie-Leitmesse METEC in Düsseldorf sei er für die Jahre 2016 und 2017 „optimistisch, dass die Geschäftsentwicklung sich wieder belebt“, sagte er bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Ein Kostensenkungsprogramm mit Reduzierung der Kapazitäten läuft bereits, betriebsbedingte Kündigungen sollen danach weiterhin vermieden werden. Die beiden Führungsgesellschaften SMS Siemag (Hilchenbach/Flachstahlprodukte) und SMS Meer (Mönchengladbach/Langstahl) werden zur Verschlankung der Strukturen ab August zur SMS Group GmbH verschmolzen - das Unternehmen tritt künftig weltweit unter der neuen Dachmarke auf.

Industrie „Noch zu Beginn dieses Jahres hatten wir aufgrund der von unseren Kunden erhofften Bodenbildung des Stahlmarktes positive Auswirkungen auf unser Geschäft erwartet“, räumte Dahmen ein. Aufgrund der weltweit vorhandenen Überkapazitäten seien die Kunden aber weiter zurückhaltend bei Investitionen in neue Anlagen. Zukäufe stehen daher Dahmen zufolge „derzeit nicht im Fokus“.

Umsatz auf Vorjahresniveau

Während der Umsatz der SMS-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 3,406 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres lag (3,495 Mrd. Euro) ging der Auftragseingang noch einmal auf 3,167 Milliarden Euro zurück (3,309 Mrd.), nicht zuletzt wegen der Russland-Krise. „Der Auftragseingang bildet keine Basis mehr für die Auslastung der Kapazitäten. Es herrscht Unterlast im Unternehmen“, so Dahmen.