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"Andersroom ist nicht verkehrt"

16.02.2010 | 19:44 Uhr
"Andersroom ist nicht verkehrt"

Siegen. „Andersroom ist nicht verkehrt” – das ist einer der Leitsätze, unter denen das Zentrum für Homo-, Bi- und Transsexuelle berät und auch feiert. Das ehemalige Feuerwehrhaus in der Freudenberger Straße 67 ist ein Szene-Treff und eine Anlaufstelle für Hilfesuchende zugleich.

"Wir sehen uns als Bindeglied zwischen der Szene und der Öffentlichkeit”, so Ansgar Cziba, Vorstand der Schwulen Initiative Siegen (SIS). Zu Ausstellungen, den regelmäßigen Herzenslust-Filmabenden oder Lesungen seien deswegen auch immer gerne heterosexuelle Besucher gesehen. Unter anderem mit der jährlichen Veranstaltung auf der Siegplatte zum Christopher-Street-Day suchen die Mitarbeiter des Zentrums gezielt den Kontakt nach außen. „So eine ganz eigene geschlossene Szene würde ich nicht wollen”, ergänzt Sozialarbeiter Andreas Zimmer. Zu viele Probleme, wie Arbeitslosigkeit, hätten alle in der Gesellschaft gemeinsam.

Über 200 regelmäßige Besucher

Die SIS besteht seit über 30 Jahren. 1995 zog die Gruppe erstmals in eigene Räume, das Schwulen-Begegnungs-Zentrum am Schleifmühlchen. „Es ist schön, sich mal 'normal' zu fühlen”, erklärt Andreas Zimmer: Man bewege sich den ganzen Tag in einer Welt, in der davon ausgegangen werde, dass alle heterosexuell sind. Im Begegnungszentrum könne man sich ausprobieren und sein, wie man ist. Deshalb war es für die Organisatoren keine Frage, ob sie weitermachen, als sie den Raum an der Marienborner Straße aufgeben mussten. Die Stadt Siegen stellte das alte Feuerwehrhaus zu Verfügung.

Dort befinden sich nun außer der Beratungsstelle auch mehrere Projekte zur HIV-Prävention sowie „YoHo”, eine Jugendgruppe in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring, und „DiverSIty” ein Treff für lesbische Frauen und Transsexuelle.

Außer bei Gruppen-Treffen können sich die über 200 regelmäßigen Besucher in der Montagskneipe und in Talk-Runden austauschen. Das Zentrum plant als nächstes, das Thema Migration in das Programm einzubinden. Am wichtigsten sind Cziba und Zimmer der respektvolle Umgang miteinander und die Kommunikation. Über 30 Ehrenamtliche arbeiten vor Ort mit.

Irmine Skelnik

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