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Ausstellung

Alte Bilder von Kreuztal im Kulturbahnhof

14.04.2010 | 17:21 Uhr

Kreuztal. Erst gab es die Bahn linie, dann folgte die Industrie.

Ria Siewert vom Stadtarchiv Kreuztal

Die Wohnbebauung fügte sich nach und nach an, bis aus einem Verkehrsknotenpunkt mit kreuzenden Straßen und dampfbetriebenen Zügen eine Stadt wurde. Bilder aus gar nicht mal so weit zurückliegenden Zeiten in Kreuztal werden von Freitag an genau dort gezeigt, wo eine der Keimzellen der Kommune liegt: im heutigen Kulturbahnhof.

Dank der Zusammenarbeit des Stadtarchivs und einiger Privatpersonen ist die Ausstellung in der Glasvitrine im modernisierten Bahnhof für gut zwei Monate dem alten Kreuztal „Rund um den Bahnhof” gewidmet, wie es sich bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts präsentiert hat. „Eine geordnete Planung für die Umgebung des Bahnhofs ist heute noch nicht sichtbar”, sagt der mit der Ortsgeschichte vertraute Ernsdorfer Ulrich Hadem, der aus seinem Privatarchiv auch einiges zu der Ausstellung beigesteuert hat.

Luftaufnahmen aus den 1950er Jahren

Die meisten Bilder indessen hat Stadtarchivarin Ria Siewert zur Verfügung gestellt. Dabei konnte sie auf Negative von Luftaufnahmen aus den 1950er Jahren zurückgreifen, die ein Fachunternehmen seinerzeit gemacht und nach seiner Liquidation den Städten zur Verfügung stellte, die überflogen worden waren. So finden die zufälligen oder bewusst zum Bahnhof kommenden Zuschauer eine Serie von aufschlussreichen Motiven vor, die aus mehreren Jahrzehnten stammen und die allmähliche Entwicklung Kreuztals rund um den Bahnhof ahnen lassen.

Großflächige Schwarzweiß-Fotografien zeigen unbekannte Details, wie der Bahnhof und sein Umfeld einmal ausgesehen haben. In der nahen Umgebung haben die damaligen und aktuellen Fotografen Gebäude und Szenen festgehalten, die – wie das Umspannwerk an der Siegener Straße – erst in jüngerer Zeit verschwunden sind. Dass die heutige Moschee gegenüber vom Bahnhofsgebäude einmal die Post war: Nicht alle heutigen Kreuztaler Bürger werden es noch wissen. Dass Gaststätten und Metzgereien, Hotels und Industriefirmen entlang der Bahnhof- und der Siegener Straße betrieben wurden, lässt sich nur noch in Ansätzen erahnen. Das eine oder andere alte Gebäude ist heute integriert in eine neue Nutzung.

Blicke über die heutige Stadtmitte zeigen, dass das Zentrum lange Zeit unbesetztes Land war. Der Heugraben war ein Fußballplatz und wird erst in naher Zukunft aufgewertet. Es braucht eben alles seine Zeit in Kreuztal.

Otmar Kuhn

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