Alles, was Sie über Siegerländer Dilldappen wissen müssen

Auszug aus dem ersten Comic-Kalender mit den Siegerländer Dilldappen aus dem Jahr 1983.
Auszug aus dem ersten Comic-Kalender mit den Siegerländer Dilldappen aus dem Jahr 1983.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Dilldappen. Zoologisch gehören sie zur Gattung der eierlegenden Säugetiere, wie Schöpfer Matthias Kringe erklärt. Mythen und Sagen ranken sich um die geheimnisvollen Fabelwesen.

Herzhausen.. Seit ihrer Entdeckung Mitte der 1970er Jahre, konnten Forscher allerhand Wissenswertes über sie zu Tage fördern. Und auf’s Papier kritzeln.

Zoologie

Verwandt ist der Siegerländer Dilldappe (lat.: cricetus unicornis riivecoochis) mit dem Schnabeltier und dem Schnabeligel. Wie sie besitzt er keine Zähne, sondern lutscht seine Nahrung mit einer äußerst rauen Raspelzunge, die er auch zur Verteidigung gegen Fressfeinde wie den Fuchs einsetzt. Auch bei Revierstreitigkeiten untereinander benutzen Dilldappen ihre Zungen als Schlagwaffen. Ihre Haut ist lederartig und variiert farblich je nach Dappenart.

Der Dilldappe verfügt auch über die Fähigkeit der differenzierten Lautäußerung. Typische Laute sind „ha, dt, mrrrr, hoe, oe!“ und immer wieder „rrrrrrrr“. Einige Wissenschaftler nehmen an, dass diese Tiere eine eigene Sprache benutzen. Hauptnahrung des Siegerländer Dilldappen ist die heimische Kartoffel, auch Duffel genannt, die er den Bauern seit Generationen vom Feld oder aus den Kellern stibitzt. Zur Fortpflanzung legen sie Eier. Gelegentlich können Wandersleut ihre Nasenhörner finden, die sie abwerfen. Warum sie das tun, ist bis heute unklar.

Volkskunde

Dilldappen sind uralte keltisch-germanische Fabelwesen. In anderen deutschen Regionen gibt es ähnliche Tiere mit ähnlich klingenden Namen: Dilwedatsch (Saarland), Dilpetatsch und Elbentritsch (Pfalz), d’Illdapp und Elwetritsche (Baden), d’Elbetrütsch (Schwaben), Illmetratsche (Wittgenstein).

Im Siegerland ist auch die Variante „Debbedrötsch“ bekannt. Der gemeine Siegerländer Dilldappe bewohnt einer Sage nach den Siegerländer Hauberg und ist äußerst scheu. Etymologisch lässt sich die Silbe „Dill“ aus der Verschmelzung des Artikels „Der/Die“ mit dem Nomen „Elbe“ herleiten. Ein Dilldappe ist also ein Elbentappe. „Elben“ oder „Alben“ ist ein Sammelbegriff für Elfen, Kobolde, Zwerge oder sonstige Naturgeister unserer Vorfahren. Der Ursprung der Silbe „dappen“ ist noch ungeklärt. Eventuell könnte es von „tappen“ hergeleitet werden, ein Geräusch, das kleine, nackte Pfoten machen, wenn sie sich eilig entfernen.

Geschichte

Wie die Dilldappen leben, ist seit über 30 Jahren in den beliebten Dilldappen-Kalendern zu sehen. 1982 erschien der erste, damals für schon für 1983. „Das Fabelwesen aus dem Siegerländer Hauberg. Alles über Lebensweise, soziales Verhalten und sonstige Eigentümlichkeiten...“ stand damals auf dem Titelblatt. Seitdem gibt es jedes Jahr einen neuen, der die Abenteuer der Fabelwesen erzählt und das in regionaler Mundart.

Dilldappen-Comic erscheint zweisprachig auf Kalenderseiten

„Ich versuche, das Siegerländer Platt so gut es geht populär zu halten“, verriet Matthias Kringe mal in einem Zeitungsinterview. Aber keine Sorge, für diejenigen, die es nicht verstehen, gibt es seit der ersten Ausgabe eine Übersetzung dazu. „Die konnte man hinten im Kalender nachschlagen“, so Kringe, der weltweit wohl einzige Dilldappologe. Seit 2008 gibt es jeden s. Seit 1990 auch in Farbe.

Dabei spielten auch immer wieder aktuelle und regionale Themen eine Rolle. So setzen sich die kleinen Wesen im neusten Kalender zum Beispiel mit Veganismus oder Whistleblowern auseinander. Aber auch Wisente kommen darin vor. Als Filmfan entführte Matthias Kringe zwischenzeitlich auch ins Universum von Star Wars. Auf dem Cover des Kalenders für 1999 steht ein Dilldappen-Pärchen in bester Titanic-Manier an einer Brüstung. „Éch sinn dr Könéch va dr ganse Weld.“

Mittlerweile sind die Dilldappen ein Familienprojekt. Seit 2001 hilft seine Frau beim Kolorieren. Seit 2007 und 2008 scribbeln auch die beiden Kinder mit. Familiär, ganz wie die Dilldappen-Sippe.