Alles klar mit der Abwasserleitung?

Siegen..  Wie ist es um die Abwasserleitung bestellt? In welchem Fall ist eine Prüfung Pflicht? Dazu veröffentlicht die Verbraucherzentrale NRW eine Mitteilung.

„Um Schäden und Folgekosten zu vermeiden, müssen betroffene Eigentümer in Wasserschutzgebieten die Abwasserkanäle ihres Grundstücks bis Ende des Jahres überprüfen lassen“, heißt es dort. „Dies gilt für Liegenschaften, bei denen die Schmutzwasserleitungen vor dem 1. Januar 1965 verlegt worden sind. Wer die gesetzliche Prüfpflicht missachtet, muss mit einem Bußgeld rechnen. Eine erste Frist hierzu läuft für einige Grundstücksbesitzer Ende 2015 ab“, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Schutz vor Werteverlust

Die Überprüfung dient nicht nur zum Schutz der Umwelt, sondern liegt auch im Interesse der Hauseigentümer, um Nässeschäden, aufwändige Reparaturen am Mauerwerk und den Werteverlust der eigenen Immobilie zu vermeiden. Bei der Frage, warum eine Zustands- und Funktionsprüfung nötig ist, helfen Hauseigentümern folgende Tipps des Verbrauchertelefons Kanaldichtheit der Verbraucherzentrale NRW:

Pflichten der Eigentümer: Grundsätzlich sind Grundstückseigentümer verantwortlich für alle Schäden, die durch Risse, Brüche oder undichte Muffen an den eigenen Abwasserleitungen entstehen. Kostenintensiv sind undichte Leitungen insbesondere, wenn bei starken Regenfällen ein Rückstau im Keller verursacht wird und Nässeschäden am Gebäude auftreten. Auch schlägt es sich auf die Nebenkostenabrechnung nieder, wenn Grundwasser ins defekte Kanalnetz läuft und Kläranlagen dadurch unnötig auf Touren gebracht werden.

Wasserschutzgebiete benötigen besonderen Schutz: Deshalb müssen Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten, die dort vor 1965 auf Grundstücken verlegt wurden, bis Ende 2015 geprüft werden, so der Gesetzgeber.
Bei später verlegten Leitungen endet die Prüffrist erst Ende 2020. Wird bei der Überprüfung des Zustands ein Schaden festgestellt, muss ein Eigentümer je nach Schwere der Defekte eine Sanierung innerhalb der nächsten zehn Jahre durchführen. So ist es in der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser festgelegt.

Regeln für Neubauten und Änderungen an der Leitung: Auch außerhalb von Wasserschutzgebieten müssen bei Neubauten, oder wenn die bestehende Abwasseranlage verändert beziehungsweise saniert wird, die Leitungen vor Inbetriebnahme überprüft werden.
Darüber hinaus kann die Stadt oder Gemeinde außerhalb von Wasserschutzgebieten per Satzung verfügen, dass Abwasserleitungen zu kontrollieren sind. Nicht zuletzt können Kommunen im Zuge der Sanierung des öffentlichen Kanalnetzes von den anliegenden Grundstücksbesitzern verlangen, ihre privaten Schmutzwasserleitungen während der Baumaßnahmen prüfen und entsprechend reparieren zu lassen.