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Kreuztal

Alkoholkonsum im Zentrum kein großes Problem

18.10.2012 | 19:00 Uhr
Alkoholkonsum im Zentrum kein großes Problem
Marburger Straße Kreuztal FußgängerzoneFoto: skms

Kreuztal. „Nicht alles, was einzelnen Bürgern auffällt, ist rechtswidrig“, sagt Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß zum vermeintlich störenden Anblick, den bestimmte Personengruppen besorgten Anwohnern gelegentlich in der Innenstadt bieten. Denn dieser Tage erreichte Kiß eine Unterschriftenliste, die von rund 50 Geschäftsinhabern und Bewohnern des Zentrums gezeichnet war. Damit sollte auf ein Problem mit angeblich in der Öffentlichkeit alkoholtrinkenden Personen hingewiesen werden, die sich im Umfeld von Marburger Straße und Ziegeleifeld aufhalten.

Aus Sicht des Bürgermeisters eine eher übertriebene Reaktion auf alltägliche Vorkommnisse, „die es überall gibt – auch in Kreuztal“. Immerhin sei der Aufenthalt auf öffentlichen Flächen, um die es dabei geht, ja nicht verboten: „Es stehen Bänke dort, die zum Verweilen einladen.“ Wenn sich der eine oder andere daneben benimmt, will Walter Kiß das nicht verallgemeinern: „Es ist eben nicht anders als in anderen Fußgängerzonen.“

Kontrollen auch am Wochenende

Durch verstärkte Präsenz der Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes, die auch an Wochenenden bis in die Nachtstunden unterwegs sind, wird das Verbot des öffentlichen Konsums alkoholischer Getränke überwacht (siehe Infobox). Dadurch seien Auswüchse weitgehend abgestellt.

Bereits Anfang des Jahres 2010 war die ordnungsbehördliche Verordnung deutlich schärfer gefasst worden. Seither seien viele Verwarnungsgelder verhängt worden, bestätigt Ordnungsamtsleiterin Andrea Neumann. Dies hatte zur Folge, dass es ruhiger im öffentlichen Raum geworden ist und die Anlässe zum Eingreifen seltener geworden sind.

Die ständig wechselnden Problemzonen sind der Verwaltung bekannt: Dazu gehörte auch das Schulzentrum. Dort – im „geschlossenen, privaten Raum“ – hatte die Stadt das Recht, eine technische Überwachungsanlage zu installieren. Seitdem Videokameras auf die einstmals toten Winkel gerichtet sind, ist es kaum noch vorgekommen, dass im Schutz der Dunkelheit Trinkgelage stattfanden und anschließend öffentliches Eigentum beschädigt wurde.

Gescheitert war die Stadt indes vor einigen Jahren mit ihrer Absicht, eine Videokamera am Fußgängerübergang neben dem Rathaus anzubringen, der ebenfalls oft Objekt zerstörerischer Aggressionen geworden war. Es hätten die Persönlichkeitsrechte unbeteiligter Bürger verletzt werden können.

Indessen wurde die Beleuchtung an manchen Stellen der Innenstadt verbessert: in solchen Bereichen wie dem Schul- und Sportzentrum – wie auch an der oft von Vandalen heimgesuchten Fußgängerbrücke ins Heestal, wo inzwischen „unkaputtbare“ LED-Lampen angebracht sind.

Wohl gibt es noch einige dunkle Ecken, laut Walter Kiß etwa im Umfeld der Buschhüttener Grundschule, aber besorgniserregend sei auch die Situation dort nicht, werde doch regelmäßig kontrolliert. Abstellen lassen sich die von einigen Dutzend Bürgern kritisierten Zustände letztlich nicht vollständig, weiß der Bürgermeister: „Es gibt solche und solche Tage.“



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