AfD in Siegen-Wittgenstein probt nach Konflikt Neuanfang

Die AfD in Siegen-Wittgenstein hat einen neuen Vorstand.
Die AfD in Siegen-Wittgenstein hat einen neuen Vorstand.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die AfD in Siegen-Wittgenstein hat nach dem parteiinternen Streit im Herbst einen neuen Vorstand gewählt. Die neue Vorsitzende erhielt nur 65 Prozent der Stimmen.

Siegen-Wittgenstein..  Die AfD Siegen-Wittgenstein hat einen neuen Vorstand. Mit 65 Prozent der Stimmen wurde am Samstag auf einem außerordentlichen Parteitag im Haus der Siegerländer Wirtschaft Cornelia Diederichs zur neuen Sprecherin gewählt. Die 49-Jährige war die einzige Kandidatin für die Position.

Die Neuwahl des Kreisvorstands der Alternative für Deutschland war notwendig geworden, als nach einer Auseinandersetzung um die politische Ausrichtung der alte Vorstand um Sprecherin Regina Soeder Anfang Oktober des vergangenen Jahres geschlossen zurückgetreten war. Ein von der Landesschiedskommission eingesetzter Notvorstand hatte seitdem die Kreispartei geführt.

Der parteiinterne Streit war nach der Gründung des „Weidenauer Kreises“ um die frühere CDU-Politikerin Brigitte Eger-Kahleis entbrannt.

Dieser strikt konservative Zirkel, der sich mittlerweile „Freunde der AfD“ nennt, hatte eine Kurskorrektur gefordert. Der alte Vorstand vertrat liberalere Positionen. In einem Schreiben an die Parteimitglieder im Oktober hatte sich der alte Vorstand über ein „als konspirativ zu bezeichnendes Vorgehen“ des „Weidenauer Kreises“ beklagt, der das Ziel habe, die Partei zu spalten. Es habe ständige persönliche Anfeindungen gegeben, die schließlich zu dem Rücktrittsentschluss geführt hätten. „Wir waren nur noch damit beschäftigt, die Angriffe abzuwehren“, hatte Regina Soeder im November dieser Zeitung gesagt.

Aussprache gestrichen

Den Eindruck einer Spaltung versuchten die Mitglieder am Kreisparteitag am Samstag entgegenzuwirken. Indes: Zu Beginn wurde auf Antrag aus der Versammlung der Tagesordnungspunkt „Aussprache“ gestrichen. Es sollten keine „alten politischen Gräben wieder aufgerissen werden“, hieß es zur Begründung.

Man müsse „Lehren aus der Vergangenheit ziehen“, sagte schließlich die später als neue Sprecherin gewählte Cornelia Diederichs bei ihrer Bewerbungsrede. Ob der Umgang in der Vergangenheit fair oder unfair gewesen sei, können sie nicht beurteilen. Der Blick solle jetzt nach vorne gehen: „Wer aber heute keinen Schlussstrich gezogen hat, der hat nicht verstanden.“

Politisch gab sie Einblick, in die Ausrichtung der Partei. Sie sehe „nicht die Notwendigkeit für eine weitere unqualifizierte Zuwanderung“ und mache sich „Sorgen um die Probleme unserer Familien, wo ein Gehalt oft nicht zum Leben reicht.“ Auch die kommunale Finanzpolitik sei Kernthema.

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