Ärzte in Siegen müssen wegen Wasserschaden in Containern operieren

Eine mobile Operationseinheit entsteht mit Hilfe der Bundeswehr auf dem Gelände der DRK-Kinderklinik in Siegen.
Eine mobile Operationseinheit entsteht mit Hilfe der Bundeswehr auf dem Gelände der DRK-Kinderklinik in Siegen.
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Der Operationsbereich der DRK-Kinderklinik in Siegen liegt lahm. Die Bundeswehr hilft mit einem mobilen OP-Zentrum in Containern aus.

Siegen.. Dort, wo bis vor Kurzem rund 15 Kinder pro Tag operiert wurden, herrscht derzeit betriebsames Baustellengrau. Handwerker haben die Spuren eines Millionen teuren Rohrbruchs beseitigt. Zwei Operationssäle und die gesamte OP-Infrastruktur mussten von heute auf morgen vom sprichwörtlichen Netz genommen werden.

Ein Notfallbetrieb sicherte die chirurgische Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Es wurden Doppelschichten geschoben, sagt Klinikgeschäftsführerin Stefanie Wied. Zudem wichen die Mediziner vom Wellersberg nach Weidenau aus und operierten im Kreisklinikum. „Seit dem Tag des Wasserschadens mussten wir keinen Notfall wegschicken“, betont Dr. Stefan Beyerlein, Chefarzt und stellvertretender ärztlicher Direktor.

Das wäre auch alles andere als angenehm für Eltern und Kind gewesen. Das nächste Kinderkrankenhaus mit vergleichbaren Fähigkeiten liegt rund 75 Kilometer entfernt, ergänzt Chefarzt Dr. Rainer Blickheuser. Die Sanierungsarbeiten sollen im Frühsommer abgeschlossen sein. „Am 30. Mai soll das Problem erledigt sein“, sagt Stefanie Wied.

Bis es soweit ist, kommen Kinder und Jugendliche in einem mobilen Operationssaal der Bundeswehr unters Messer. Soldaten des Lazarettregiments 21 „Westerwald“ aus Rennerod bauen seit Dienstag die Einheit aus Containern und Zelten vor der Kinderinsel auf. „Hier zeigen wir, dass wir mehr als Hochwasser können“, sagt Regimentskommandeurin Oberfeldarzt Ivonne Neuhoff. „Die Container sind fast eins zu eins ausgestattet wie ein moderner Operationssaal“, erläutert Rainer Blickheuser.

Bundeswehr leistet technische Unterstützung

Die Soldaten stellen somit die Infrastruktur zur Verfügung. Für die medizinische Ausstattung sorgt das Krankenhaus indes selbst. Denn Kinder- und Jugendmedizin gehört gemeinhin nicht zum Portfolio der Bundeswehr. Nichtsdestotrotz haben die Streitkräfte der Kinderklinik technische Unterstützung zugesagt. „Es ist jederzeit ein Ansprechpartner verfügbar“, sagt Ivonne Neuhoff. Angaben zu Kosten des Einsatzes wurden am Dienstag nicht gemacht.