Absolventen entwerfen Wohnheime

Die Entwürfe der Studenten befassten sich mit diesem Gelände neben dem Kreuztaler Rathaus.
Die Entwürfe der Studenten befassten sich mit diesem Gelände neben dem Kreuztaler Rathaus.
Foto: WP

Kreuztal/Siegen..  Die Zahl der Studenten an der Universität Siegen wächst stetig. Die Frage ihrer Unterbringung gewinnt parallel an Bedeutung. Zwölf Absolventen des Architektur-Studiengangs der Uni haben sich nun überlegt, wie der ideale studentische Wohnraum aussehen kann. Im Zuge ihrer Abschlussarbeiten entwarfen sie Modelle für ein Wohnheim im Kreuztaler Stadtzentrum. Jetzt stellte ihr betreuender Professor Michael Lenhart die Arbeiten vor. Mit dabei war auch Kreuztals Baudezernent Eberhard Vogel.

„Ich halte Kreuztal für nicht so attraktiv, was studentisches Wohnen angeht“, gibt Vogel zu. „Siegen ist da einfach attraktiver.“ Der Punkt sei, dass Studenten Zentralität und die Nähe zur Uni bevorzugen. „Wichtig sind eine Infrastruktur mit kulturellen Angeboten und eine gute Verkehrsanbindung“, findet Michael Lenhart. Für ihn ist aber auch die Kommunikation von Bedeutung. Die finde hier oftmals nur an der gemeinsamen Waschmaschine statt. „In Dänemark gibt es gute Studentenwohnheime“, betont Lenhart. „Da spielt der kommunikative Aspekt eine große Rolle.“

Eine der wichtigsten Aufgaben seiner Absolventen beim Entwerfen eines Wohnheims sei daher die Förderung des kulturellen sowie intellektuellen Austauschs gewesen. Ein Grundstück neben dem Kreuztaler Rathaus bietet die ideale Basis dafür. Gemeint ist der Bereich der Siegener Straße 7 bis 9, einschließlich eines Teils des dahinterliegenden Parkplatzes an der Roonstraße. Dort gebe es eine gute Verkehrsanbindung, zudem gute Einkaufsmöglichkeiten und kulturelle Angebote.

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Zwei Arbeiten sind Professor Michael Lenhart besonders ins Auge gefallen. Die erste schlägt die Verknüpfung von studentischem und öffentlichem Leben vor. Gedacht ist ein zweiteiliges Wohnheim, getrennt durch einen großen Innenhof mit Sitzbänken, über den ein öffentlicher Weg führt. Der Erdgeschossbereich bietet Platz für Cafés, Bars oder Restaurants. Auf der einen Seite der Anlage gibt es Kurzzeitparkplätze für die, die in die Stadt wollen. Auf der anderen Stellplätze für Bewohner. Die haben ihre Wohnungen in den oberen Stockwerken, sowohl Einzelapartments als auch Wohngemeinschaften.

Dazu stehen ein Musikzimmer, ein Fitnessraum, Küchen und Waschsalons zur Verfügung. Sogar eine Werkstatt gibt es. Genug Spielraum für Kommunikation. 78 Studenten könnten hier eine Unterkunft finden. Lenhart gerät ins Schwärmen. „Es gibt Platz für die Öffentlichkeit, aber auch Rückzugsorte für die Studenten“, sagt er. „Es entsteht automatisch eine ungezwungene Kommunikation.“ Der Entwurf bekam die beste Note.

Entwurf sollte in die Stadt passen

Stadtbaurat Eberhard Vogel zeigt sich unbeeindruckt. „Da sind zu viele Flächen drin, die kein Mensch bauen oder bezahlen würde“, bemängelt er. „Außerdem gibt es zu wenig Bezüge zur städtebaulichen Struktur.“ Die Kreuztaler Innenstadt zeichne sich besonders durch eine Block-Rand-Bebauung aus. Dazu passe der Entwurf nicht.

Der nächste fügt sich da schon besser ins Stadtbild ein. Er bietet die gleichen Vorzüge wie der andere, teilt das Wohnheim aber in drei blockförmige Elemente auf. Die beiden äußeren zum Wohnen, das mittlere für gemeinschaftliches Leben. „Ich fänd’s toll, wenn die Kreuztaler irgendwo 70 Studentenwohnungen unterbrächten“, sagt Stadtbaurat Eberhard Vogel. „Ob die Studenten es annehmen, ist die andere Frage.“