Abschied vom alten Jahr mit Pauken und Trompeten

Hilchenbach..  Es ist in Hilchenbach inzwischen eine feste Tradition geworden, das alte Jahr mit kräftigen Barockklängen zu verabschieden. Zum siebten Mal luden Musiker der heimischen Philharmonie und diverse international renommierte Gäste zum Konzertabend ein, „mit Pauken und Trompeten“ diesmal.

Die evangelische Kirche am Marktplatz war gut gefüllt, der Altarraum mit den Musikern ebenfalls. „Wir werden immer mehr“, stellte Thomas Kiess fest, der einige Erklärungen zum Programm gab und ansonsten mit Friedemann Immer für die Trompetenklänge des Abends zuständig war. Die Kirchenverantwortlichen hätten extra den großen Weihnachtsbaum weiter nach hinten gerückt, um dem großen Ensemble aus insgesamt 13 Musikern Platz zu schaffen, bedankte er sich.

Rund 90 Minuten unterhielten die beiden Trompeter sowie Sarah Assman und Monique Braun (Oboe), Gudrun Kröniger (Fagott), Bettina Dinger, Guido Braun und Dorothea Kiess (Violine), Wolfgang Groos (Viola), Naotaka Maejima (Violoncello), Nerea Rodríguez (Violone), Torben Klaes (Cembalo) und Slavik Stakhov (Pauke und Trommel) in großer und mehreren kleinen Besetzungen mit einem kraftvollen und bunten Programm.

Mit einem exotischen Farbtupfer

Das bestand aus Werken von „Geburtstagskind“ Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Philipp Telemann und Henry Purcell, dazu noch Petronio Franceschini, Carl Friedrich Abel, Jean Philippe Rameau und Johann Pachelbel. Dessen „Kanon und Gigue für drei Violinen und Basso continuo“ war ein wichtiger Grund für die erneute Erweiterung des Ensembles. Philharmonie-Streicher Guido Braun hatte dieses Stück unbedingt einmal in der vom Komponisten gedachten Originalbesetzung spielen wollen, die nach Ansicht von Thomas Kiess „praktisch nie zu hören ist“. An Silvester in Hilchenbach war sie es, dank des Wunsches von Guido Braun, der außerdem noch seine Frau Monique ebenfalls zum Debüt bei dieser Konzertreihe überredet hatte.

Interessant war der kleine „exotische Farbtupfer“ im „Tanz der großen Friedenspfeife“ aus Rameaus „Les Indes Galantes“, einer 1735 erstaufgeführten Ballettoper, die ihre Zuschauer in die Türkei, nach Persien, Peru und zu den nordamerikanischen „Wilden“ führte. Die Barockklänge bekamen durch das simple Hinzufügen einer Trommel eine ganz eigene Note, bevor der Abend mit einer tragikomischen Suite Telemanns zu Ende ging. Am 31. Dezember 2015 geht es weiter.