Abonniert auf großes Theater

„Die Blechtrommel“ von Günther Grass bringt das Schauspiel Frankfurt auf die Apollo-Bühne: Nico Holonics als Oskar Matzerath unter der Regie von Intendant Oliver Reese.
„Die Blechtrommel“ von Günther Grass bringt das Schauspiel Frankfurt auf die Apollo-Bühne: Nico Holonics als Oskar Matzerath unter der Regie von Intendant Oliver Reese.
Foto: Birgit Hupfeld
Was wir bereits wissen
Große Metropolentheater geben sich in der neuen Apollo-Spielzeit die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Grund: ein wirksames Erfolgsrezept.

Siegen..  Das Rezept für ein gutes Theater-Programm klingt einfach. „Man braucht eigentlich nur Geschmack und Geld“, sagt Apollo-Intendant Magnus Reitschuster. Gestern stellte er zusammen mit Dramaturg Jan Vering den Abonnement-Spielplan 2015/16 vor. Der enthält auch alles, was man für geschmackvollen Kulturgenuss so braucht: Gift, Leiden, eine Jungfrau und eine alte Dame, dargeboten von renommierten deutschen Bühnen.

„Jedes große Haus weiß inzwischen, dass in Siegen ein Theater existiert, das professionelle Bedingungen und ein Publikum bietet, das nicht altgierig, sondern neugierig ist“, betont Reitschuster.

Also sei es grundsätzlich nicht schwierig, Metropolentheater für einen Auftritt an der Siegener Morleystraße zu gewinnen. Damit steht das Angebot der großen Häuser offen, „wo man sich etwas herauspickt – sofern man es sich leisten kann“. Und: „Es ist arbeitsaufwändig.“

Mit einem launigen Bummel durch den Supermarkt hat der Auswahlprozess nämlich in etwa so viel gemein wie die sonntägliche Spazierfahrt über die Lipper Höhe mit der Rallye Paris-Dakar. „Wir versuchen, uns so viel anzusehen wie überhaupt möglich“, erklärt Jan Vering. Die Apollo-Leitung ist also dauernd im deutschsprachigen Raum unterwegs, betrachtet die Inszenierungen dabei aber nicht entspannt als Zuschauer, sondern unter den Gesichtspunkten der Verwendbarkeit für das eigene Programm. Passt das Stück zum Siegener Publikum? Lässt es sich mit seinem Bühnenbild, seiner Dynamik, seinen räumlichen Eigenheiten ins Apollo übertragen? Und selbst, wenn soweit alles stimmt: Findet sich ein Termin und sind die Kosten vertretbar?

Giftiges und Klassisches

Für den neuen Spielplan hat es wieder geklappt. „Wie sonst nur in Biennale-Spielzeiten versammeln sich bedeutende Theater der deutschen Theaterlandschaft“, sagt der Intendant. Mit dabei:

Das Deutsche Theater Berlin mit „Gift“ am 5. und 6. November. Regie: Christian Schwochow, Buch: Lot Vekemans. Ulrich Matthes (der auch auf dem Plakat für das Apollo-Abo zu sehen ist) und Dagmar Manzel als getrenntes Paar, das sich zehn Jahre nach dem Tod des gemeinsamen Kindes an dessen Grab wiedertrifft.

Schauspiel Essen bringt am 19. November „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe auf die Apollo-Bühne.

Das Nationaltheater Mannheim ist am 25. und 26. November mit Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ zu Gast. Regie: Georg Schmiedleitner.

Das Schauspielhaus Bochum zeigt „Der zerbrochene Krug“ am 15. und 16. Januar. In Kleists Klassiker spielt Tatort-Kommissar Dietmar Bär den korrupten Richter Adam. Außerdem präsentieren die Bochumer Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ mit Mechthild Grossmann und zwei weitere Vorstellungen. Näheres hierzu gibt es allerdings erst im neuen Spielzeitbuch.

Das Schauspiel Frankfurt kommt mit Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (5. und 6. Februar) und einer Bühnenfassung der „Blechtrommel“ von Günther Grass (Termin wird noch bekanntgegeben.

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Info zu den verschiedenen Abo-Reihen gibt es an der Theaterkasse, Morleystraße 1, 0271/77 02 77-2 und auf www.apollosiegen.de

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