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Schulpolitik

915 Schüler pendeln täglich aus

12.01.2012 | 19:26 Uhr
915 Schüler pendeln täglich aus
Realschule Freudenberg Schulzentrum Büschergrund

Freudenberg.Die Stadt Freudenberg strebt für 2013 die Genehmigung zur Gründung einer Gesamt- oder Sekundarschule an. Das wird mittelfristig auch die Möglichkeit bieten, dort Abitur zu machen. Dadurch könnte wenige Jahre später aber das eine oder andere Siegener Gymnasium Probleme bekommen.

Von 2173 Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtgebiet, die eine Grund- oder weiterführende Schule im Heimatort oder im Umkreis besuchen, pendeln 915 täglich aus. Allein davon besuchen 624 eines von fünf Siegener Gymnasien (siehe Infobox); das sind 30 Prozent der Freudenberger Schüler.

Elternbefragung nach den Sommerferien

Von den 1469 Kindern und Jugendlichen an den Freudenberger Schulen wiederum kommen 220 von auswärts. Mit einer Sekundarschule, die Haupt- und Realschule ersetzen soll, wird der Weg für die Kooperation mit einer gymnasialen Oberstufe geöffnet. An der Gesamtschule hingegen ist von vornherein eine Schulkarriere bis zum Abitur möglich. Die Entscheidung darüber bleibt den Eltern vorbehalten, die dazu nach den Sommerferien befragt werden sollen. Akzeptanz gibt es für beide Modelle; in Reihen der Fraktionen befinden sich Befürworter beider Systeme.

Langfristig will Freudenberg „seinen“ Kindern wohnortnah eine komplette Schulkarriere bieten. Dafür wird seit einigen Jahren die Schulentwicklungsplanung stetig auf den neuesten Stand gebracht.

Die Gemeinschaftsschule, die im vorigen Jahr nach dem Schulkompromiss auf Landesebene wieder aufgegeben wurde, war von der Stadt bereits beantragt worden. Es war das Angebot, das den Eltern am ehesten zusagte. Start sollte in diesem Sommer sein. Nach der Entscheidung in Düsseldorf muss Freudenberg allerdings umdenken.

Wie in allen Kommunen ist auch in Freudenberg ein stetiger Rückgang der Schülerzahlen zu verzeichnen. In den für die Sitzung des Schul- und Sportausschusses am Donnerstag, 19. Januar, aufbereiteten Zahlen wird ersichtlich, dass zwischen dem Schuljahr 2007/08 die Gesamtzahl von 1788 auf 1469 geschrumpft ist. Die vier Grundschulen hatten vor fünf Jahren noch 785 Kinder, im laufenden Jahr sind es nur noch 659 – 15 Prozent weniger.

Ein Drittel wenigerHauptschüler

Entsprechend ging auch die Frequenz an den weiterführenden Schulen zurück. Allen voran an der Hauptschule, die fast ein Drittel ihrer Schüler verlor. 2007 waren es 422, im laufenden Schuljahr sind es noch 283. Stabiler hingegen die stark gefragte Realschule, die bei einem Rückgang von 501 auf 457 Schüler im Vergleichszeitraum nur zehn Prozent verlor. Auf alle Schulen im Stadtgebiet bezogen betragen die Verluste etwa 20 Prozent, einschließlich der einpendelnden auswärtigen Schüler.

Das differiert aber von Schultyp zu Schultyp: An den Grundschulen kommen lediglich vier Prozent der Kinder von außerhalb, davon die meisten aus Siegen. 77,7 Prozent der Hauptschüler sind Freudenberger; der Rest verteilt sich auf im Wesentlichen auf Niederfischbach (elf Prozent) und Siegen (sieben Prozent). Ähnlich auch die Verhältnisse an der Realschule: 77 Prozent der Schüler stammen aus der Stadt, elf Prozent aus Siegen, fast zehn Prozent aus Niederfischbach.

Die Osterberg-Förderschule hat ein ohnehin größeres Einzugsgebiet. Von den aktuell 70 Kindern und Jugendlichen sind 44 aus dem Stadtgebiet, 22 aber aus Siegen, die übrigen aus anderen Nachbarkommunen. Ausnahme der ortsansässigen Schulen ist die Freie Christliche Realschule mit Sitz in Niederndorf: Nur 103 der 361 Schüler sind aus Freudenberg, dagegen 119 aus Siegen und 30 aus Burbach.

Otmar Kuhn

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