9,5 Millionen aus EU-Töpfen für Landwirte

Die Arbeit der Landwirte hat unser Leserfotograf Helmut Homrighausen in Beddelhausen im Bild festgehalten. Das Motiv mit den schweren Siloballen zählt zweifellos zu "Wittgensteins schönste Seiten".
Die Arbeit der Landwirte hat unser Leserfotograf Helmut Homrighausen in Beddelhausen im Bild festgehalten. Das Motiv mit den schweren Siloballen zählt zweifellos zu "Wittgensteins schönste Seiten".
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Höfe aus Siegen-Wittgenstein haben im Jahr 2014 rund 9,5 Millionen Euro Agrarsubventionen aus Fördertöpfen der EU erhalten. Die größten Profiteure sind in Bad Berleburg.

Siegerland.. Landwirtschaftliche Betriebe aus Siegen-Wittgenstein haben im Jahr 2014 rund 9,5 Millionen Euro Agrarsubventionen aus Fördertöpfen der Europäischen Union erhalten. Mit fast 3,4 Millionen Euro sind Landwirte aus Bad Berleburg die größten Profiteure.

„Die Subventionen sind auch als eine Art Ausgleich wegen Verschiebungen auf den internationalen Märkten zu verstehen“, argumentiert Georg Jung, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Siegen-Wittgenstein. Betriebe sollen mit den Hilfen am Markt gegen Produzenten aus anderen Teilen der Erde bestehen können. Das meiste Geld wird als so genannte Direktzahlungen aus Brüssel überwiesen. Diese Betriebsprämien sind Fixbeträge, mit denen Höfe dafür entschädigt werden, dass sie unter den hohen Umwelt- und Verbraucherschutzstandards der EU produzieren.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Denn das kostet die Bauern Geld und schmälert ihre Wettbewerbsfähigkeit. Insgesamt sinken seit Jahren viele auf dem Weltmarkt erzielbaren Preise – zum Beispiel für Milch oder Fleisch. Die Direktzahlungen sind auch eine Art Lohn dafür, dass Bauern auf ehemaligen Anbauflächen Landschaftspflege, Natur- und Klimaschutz betreiben. „Dass wir so eine vielschichtige Landschaft im Siegerland haben, liegt vor allem an den vielen Nebenerwerbslandwirten, die diese Flächen bewirtschaften“, so Jung.

Rund 6,2 Milliarden Euro überwies Brüssel im vergangenen Jahr an Landwirte in ganz Deutschland. Kritik an den Subventionen gibt es vor allem, weil Großbetriebe überproportional von den Förderungen profitieren. Umweltschützer kritisieren, dass diese Unternehmen wenig für den Naturschutz leisten. In Siegen-Wittgenstein sind es indessen Nebenerwerbsbetriebe und kleinere Bauernhöfe, die Geld aus Brüssel erhalten. Im Siegerland gibt nur noch rund 15 Landwirte im Hauptberuf – alles kleine Betriebe. In Wittgenstein seien die Höfe der hauptberuflichen Landwirten zwar größer als im Siegerland, so Jung. Im Vergleich zu industriellen landwirtschaftlichen Betrieben im Osten, zählen sie aber zu den kleinen Spielern auf dem Markt.

Rund 830 Landwirte profitieren

Insgesamt profitierten 2014 kreisweit rund 830 Landwirte von den Subventionen. Hinzu kommen rund 150 Betriebe, die als Bezieher von Kleinstzuwendungen unter 1250 Euro erhielten. Sie werden nicht namentlich unter www.agrar-fischerei-zahlungen.de aufgeführt. Unter den Subventionsempfängern außerdem viele Wald- und Haubergsgenossenschaften. Auch Kommunen oder der Kreis Siegen-Wittgenstein bekommen Mittel – vor allem aus einem Programm für Dorferneuerung und -entwicklung.