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500 Fans feierten Ray Wilson

22.11.2011 | 12:00 Uhr
500 Fans feierten Ray Wilson
Ray Wilson in Netphen

Netphen. Mit witzigen Sprüchen und seinem Repertoire der größten Erfolgen der Geschichte von Genesis, bunt gemischt mit eigenen Titeln, begeisterte der charismatische Musiker und exzellente Entertainer Ray Wilson mehr als 500 Menschen in der Georg-Heimann-Halle.

Eigentlich sollte er schon im Mai kommen. Doch ein Live-Auftritt Wilsons im polnischen Fernsehen zwang das Kulturforum Netphen zur Terminänderung. Gleich zwei gute Aspekte hatte die Verlegung: Alicja Chrzaszcz und Basia Szelagiewicz. Die Violinistinnen hatte Ray Wilson als „Wiedergutmachung“ mitgebracht.

„Genesis unplugged“ mit Violinen

Violinen und Rockmusik? Geht das? Ja – spätestens seit David Garrett absolut bühnenfähig. Erst recht, wenn das Programm dann auch noch „Genesis unplugged“ heißt – die ursprünglich verwendeten Instrumente also bewusst variiert werden. Und tatsächlich: Die Geigen gliederten sich ein, als wären sie schon immer da gewesen und sorgten mit einem Instrumentalsolo im zweiten Teil des Konzerts sogar für Sonderapplaus. Den erntete auch Ray Wilsons älterer Bruder Steve (Gitarre und Hintergrundgesang).

Schon „No Son Of Mine“, der erste Titel war ein absoluter Höhepunkt. Kein grobes schottisches Kauderwelsch, sondern eine klare, gefühlvolle Stimme erklang. Die Haare schulterlang, der Bart – mindestens drei Tage lang gewachsen. Die typisch-schottische Gelassenheit eben. Die strahlte auch der stetig Kaugummi kauende Pianist Filip Watcerz aus, der das Publikum immer wieder zum Mitsingen animierte.

Trotz aller Lockerheit verloren die Texte nichts von der für Genesis üblichen komplexen inhaltlichen Bedeutung.

Die eigenen Titel indes integrierte Wilson vollkommen unauffällig. Sie hoben sich nur unmerklich von den bekannten Klassikern ab und wurden vom Publikum nicht minder begeistert aufgenommen.

Die Themen waren auch hier ernsthaft gewählt: Ein Titel beschreibt einschneidende Veränderungen im Leben, in „Tale From a Small Town“ heißt es etwa: „Learning, how to die. Learning, how to live“ (Sterben zu lernen, Leben zu lernen).

Für reihenweises „Kopfmitwippen“ und Gesangsdarbietungen aus dem Zuschauerraum mussten dann aber doch „In The Air Tonight“, „Another Cup of Coffee“, „Another Day In Paradise“, „Follow You, Follow Me“ und wie sie alle heißen, herhalten. Dazu hätte Wilson gar nicht erst mit „Now is the time, that I will find out, if the people of Netphen can sing“ (Jetzt ist es an de Zeit, dass ich herausfinden will, ob die Netphener singen können) motivieren müssen – das taten sie von ganz allein. Und zwar aus voller Kehle.

Autogramme und Erinnerungsfotos

Plötzlich ein ganz anderer Klang: Laut, grell und schrill. „Land of Confusion“ fegte energiegeladen und impulsiv durch den Gehörgang. Dann war erst mal Schluss. Fast schon selbstverständlich gab es noch eine Zugabe. Beginnend mit dem „Airport Song“ und zur allgemeinen Überraschung endend mit Bob Dylans „Knocking on Heavens Door“, bevor „einer der erstklassigen Sänger Großbritanniens“, so das Classic Rock Magazin über Wilson, sich für Autogramme und Erinnerungsfotos bereit machte.

Jonas Fehling

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2011-11-22 12:00
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