23-jähriger Mann bedrängt junge Frau auf Hufeisenbrücke

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Was wir bereits wissen
Ein Mann (23) hat am Morgen des 29. Dezember 2013 eine Frau auf der Siegener Hufeisenbrücke bedrängt. Er soll die 24-Jährige gegen ihren Willen geküsst, sie zu Boden gedrückt und schließlich ihr Handy geraubt haben.

Siegen.. Ein Mann (23) hat am Morgen des 29. Dezember 2013 eine Frau auf der Siegener Hufeisenbrücke bedrängt. Er soll die 24-Jährige gegen ihren Willen geküsst, sie zu Boden gedrückt und schließlich ihr Handy geraubt haben. Die Zeugin erlitt Prellungen und Hautabschürfungen. Deshalb steht der Migrant aus Olpe vor Gericht.

Der Angeklagte gibt die Taten zu, will sich aber an Einzelheiten nicht erinnern. Das müsse wohl stimmen, wenn die Zeugin es sage, habe sein Mandant ihm erklärt, führt Anwalt Uli Schmidt aus. Demnach hat der 23-Jährige erst um eine Zigarette gebeten und dann „Mädchen, Mädchen“ und „Girlfriend, Girlfriend“ gerufen. Der Angeklagte sei „irgendwie daneben“ gewesen, berichtet das Opfer. Er habe versucht, sie zu küssen, was „ich offensichtlich nicht wollte“. Dann zog sie das Mobiltelefon aus der Tasche und drohte mit der Polizei.

Deshalb sei der Angeklagte in Panik geraten, weil er in einem Asylverfahren stecke. Er habe getrunken und sei Alkohol nicht gewöhnt, sagt der Täter. Er könne verstehen, „dass die Frau Angst hatte, als ich ihr nahe kam.“ Er entschuldigt sich.

Staatsanwältin Teresa Steiger sieht den Raubvorwurf erfüllt, in einem minderschweren Fall. Sie beantragt sechs Monate auf Bewährung und 100 Sozialstunden. Der Verteidiger sieht einen Diebstahl samt Nötigung verwirklicht und findet, es könne auch „ein anderes Urteil geben“.

Richter Uwe Stark sieht es ähnlich und verhängt 900 Euro Geldstrafe, offenbar mit Blick auf das Asylverfahren: Das sei gerade die Grenze, um die Strafe nicht im Führungszeugnis auftauchen zu lassen. Notfalls könne der 23-Jährige., der mit Frau und Kind von Hartz IV lebt, die Strafe auch abarbeiten.

Die Staatsanwältin wirkt unzufrieden. Das gilt auch für das Opfer. Die Gewalt sei kaum angesprochen worden, sagt die junge Frau auf dem Flur mit Tränen in den Augen. Sie habe große Angst gehabt. „Warten Sie erst einmal ab, vielleicht gibt es noch eine Verhandlung“, tröstet die Staatsanwältin.

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