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Geschichte

Zwei Reichsmark für Pferdestriegel

23.01.2015 | 06:00 Uhr
Zwei Reichsmark für Pferdestriegel
Die Mitglieder präsentierten die historischen Unterlagen.Foto: Privat

Alpen-Menzelen.   Historische Unterlagen zur Geschichte der Dorfschmiede Peters in Menzelen

Im Zeitalter moderner Medien sind historische Papierdokumente, die über 100 Jahre alt sind, eine besondere Rarität. „Zwei Reichsmark für vier Pferdestriegel“, dieser Preis und viele andere interessante Informationen gehen aus den historischen Unterlagen der Dorfschmiede Peters in Menzelen hervor. Schmiedemeister Johannes Peters überreichte Stefani Koerfer und Sabine Langenberg von der Volksbank Niederrhein, Zweigstelle Menzelen, und Dr. Robert Moog, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Brauchtum Menzelen, die wertvollen Geschäftsbücher der Schmiede aus den Jahren ab 1903.

Zudem veranschaulichen alte Auftragsbücher, historische Kassenbücher, Hefter mit Rechnungen und Quittungen sowie ein nostalgischer Meisterbrief der Handwerkskammer detailliert die Geschichte der Dorfschmiede, geben Rückschlüsse auf den Arbeitsalltag und das Leben auf dem Land.

Der Zahn der Zeit nagte an den Papierdokumenten, die zukünftig in einer Vitrine ausgestellt werden sol-len. „Dank einer Spende der Volksbank Niederrhein können einige gut erhaltene Exemplare zur Aufarbeitung in die Papierrestaurierungswerkstatt des Stadtarchivs Wesel gegeben werden“, so Robert Moog.

„Mit Gott fang’ an, mit Gott hör’ auf, das ist der beste Lebenslauf“, diese gottgläubige Lebensweisheit war die Basis der grundsoliden Firmenphilosophie in der Dorfschmiede und ist auf der ersten Seite der Geschäftsbücher in akkurater Handschrift manifestiert. Den Dokumenten ist zu entnehmen, dass Johann Theodor Peters (1852 bis 1936) sich als Schmiedemeister in Menzelen selbstständig machte.

In Schriftform liegt auch das Arbeitsbuch von Gerhard Hubert Peters (1886 bis 1983) vor, der den Schmiedebetrieb in der zweiten Generation als Schmiedemeister fortführte.

Anhand von Kassenbüchern ist nachgewiesen, dass vorrangig Ackerpferde für die Feldarbeit mit Hufeisen beschlagen wurden. Zu-dem fertigte man Eisenbänder für die Holzräder von Karren und Wagen an. Die lückenlosen handschriftlichen Aufzeichnungen verweisen auch auf die Namen einer Vielzahl von Lehrlingen, die dort ausgebildet wurden.

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2015-01-23 06:00
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