Ziemlich edle Steine

Auch Amethysten waren zu bestaunen.
Auch Amethysten waren zu bestaunen.
Foto: Bussmann
Was wir bereits wissen
Die 1. Edelsteinbörse in der Messe Niederrhein war ein Erfolg

Rheinberg.. Es war die erste Edelsteinbörse in der Rheinberger Messe – keineswegs nur für Profis wie Juweliere gedacht. Die kamen natürlich auch, suchten außergewöhnliche Stücke, um sie zu Schmuck zu verarbeiten. Doch auch für Otto Normalverbraucher gab es wunderschöne Mineralien, die eine Vitrine im heimischen Wohnzimmer schmücken sollten. Wie zum Beispiel die oft tiefblau strahlenden Drusen mit spitzen Amethysten, wie geöffnete Bälle oder Säulen, die aufgeschliffen waren, einen Blick ins Innere erlaubten. Und im Gegensatz zu manchem Diamanten, der durchaus eine mittlere fünfstellige Summe wert war, für einen kleinen Euroschein zu bekommen waren.

Einer der Höhepunkte für Kinder und Jugendliche, selbst für Erwachsene war der Stand „Wonderland Opale“ von Alexander Kesten aus Norddeich. Er hatte gleich zwei wassergekühlte Schleifmaschinen aufgebaut. Wer wollte, durfte es selbst versuchen. Wie der neunjährige Niall aus Moers, den seine Großmutter begleitete. Wie ein Profi, mit Schutzbrille, hockte er vor den Schleifscheiben. Gleich zwei Opale schliff er wie ein Fachmann an. Erst waren die unscheinbar, wie ein Kieselstein, braun. Unter Nialls Händen, den Stein an die Scheiben gedrückt, erschien plötzlich ein strahlendes Blau, mal auch in Grün.

Die selbst geschliffenen Opale durfte der Neunjährige stolz mit nach Hause nehmen. „Hat großen Spaß gemacht“, strahlte er. „Wir bieten das extra für Kinder an“, erklärte Alexander Kesten. Um bei ihnen die Leidenschaft für die schönen Minerale zu wecken. Nicht nur blau und grün fänden sich in den von Außen so unscheinbaren Opalen. Besonders wertvoll und begehrt waren auch schon mal rote Farbspuren.

Wer mehr über Edelsteine, auch Halbedelsteine oder Meteoritengestein oder deren Metalle wissen wollte, fand mit Klaus Krone aus Bonn einen Fachmann. Er hatte die erste Rheinberger Edelsteinbörse organisiert und 62 Aussteller gewonnen. „Die nächste gibt es nur in Dortmund, früher in drei Hallen, jetzt ist sie kleiner. Im westlichen Ruhrgebiet fehlte eine solche Fachbörse.“ Die Nähe zu den Niederlanden führte jetzt auch zu Ausstellern und Wissbegierigen aus dem Nachbarland. Noch sei die Edelsteinbörse klein, doch sie soll auch später, so Klaus Krone, ihren Stammplatz in Rheinberg finden.

Alles fanden die Besucher in Rheinberg. Nicht nur einzelne Steine. Schmucke Armbänder, lange Halsketten, zierliche Broschen. Und natürlich „auch hochwertige Smaragde und Diamanten“, so der Organisator. Da konnte dann ein einzelner Stein auch mal 50000 Euro oder mehr kosten. Ein wenig makaber wirkten die Totenschädel aus Amethyst oder Bergkristall. „Solche haben früher die Mayas oder die Azteken verehrt.“ Prähistorische Nachbildungen waren es, von indischen Fachleuten geschliffen. „Die brauchen dafür locker drei Wochen“, verriet Klaus Krone.

„Jeder Stein hat seine Geschichte“, erzählt er. Auch medizinisch habe jeder eine besondere Wirkung. So würde Staub von Edelsteinen getrunken, oder in Wasser, in dem Steine lagern, gebadet, wie mal russische Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Die genossen es als sie in den Resten eines Meteoriten in Karelien badeten.

Rheinberger kamen am Wochenende nur wenige in die Messe Niederrhein, die meisten Besucher eher von weit her. Wie eine junge Dame, die fleißig einkaufte. Sie kam aus dem Sauerland, entpuppte sich als frühere Rheinbergerin, die die Edelsteinbörse in ihre alte Heimat zog. „Ich hatte das im Internet gelesen....“