Xanten war am Wochenende das Mekka der Geocacher

Angelika und Werner Hertlein (links) treten als „Starfish“ auf, Tine und Peter Fischer als „Netfish“.
Angelika und Werner Hertlein (links) treten als „Starfish“ auf, Tine und Peter Fischer als „Netfish“.
Foto: Lukas Hübinger
Was wir bereits wissen
7000 der Menschen, die kleine Schätze mittels GPS-Koordinaten ausfindig machen, trafen sich in der Römerstadt, um ihrem Hobby nachzugehen.

Xanten..  Wie so viele Protagonisten in unzähligen Geschichten bereits feststellten, ist bei einer Schatzsuche der Weg manchmal das Ziel. Die Helden trotzen über Tage allen Gefahren, um am Ende zu erkennen, dass sie die Suche zusammengeschweißt hat. Der eigentliche Fund, der Schatz, wird zur Nebensache. Ähnliches werden auch erfahrene Geocacher zu berichten wissen, denn in den meisten Fällen, sind die versteckten Gegenstände ohne Wert.

Das Prinzip des Geocaching ist es, kleine Schätze mittels GPS-Koordinaten ausfindig zu machen. Heute beinhalten die „Caches“ vorwiegend kleine Logbücher, in die man sich einträgt, wenn man das Versteckt ausfindig gemacht hat. Was vor einigen Jahren nur möglich war, wenn man sich ein teures Gerät angeschaffte, welches wie ein „Navi“ für Fußgänger funktioniert, ist in Zeiten von modernen Smartphones für jedermann zugänglich. Das lässt die digitale Schnitzeljagd zum Spaß für Groß und Klein werden. Dennoch schwören die Menschen, die regelmäßig die Suche antreten auf die Geräte des Marktführers „Garmin“. „Das Gerät ist sehr stabil, wetterfest und es lassen sich jederzeit neue Batterien einlegen. Ein Smartphone gibt nach wenigen Stunden den Geist auf“, berichtete der Geocacher Peter Fischer, der zusammen mit seiner Frau Tine unter dem Nickname „Netfish“ in der Szene aktiv ist.

Die „Caches“ sind überall auf der ganzen Welt zu finden. So lässt sich die Suche auch ohne Probleme zur Tageswanderung in abgelegenen Gebieten ausweiten. Am Samstag trafen sich rund 7000 Geocacher in Xanten zu einem Event der Superlative. Es war ein Tag voller Bewegung. Die Besucher streiften durch die Gassen, fanden zahlreiche versteckte Gegenstände und erkundeten ganz nebenbei noch die schönsten Ecken von Xanten. „Rund 70 Caches haben wir seit Donnerstag gefunden“, sagte Werner Hertlein und bezog sich dabei auf die vierköpfige Gruppe. Die Pärchen „Netfish“ und „Starfish“, welches von Werner und Angelika Hertlein gebildet wird, sind zusammen aus Franken in Bayern angereist.

„Wir haben schon damit angefangen, bevor es in Deutschland populär geworden ist“, erzählte Angelika Hertlein. Für die eingefleischte Geocaching-Gruppe war die Veranstaltung in Xanten nicht die erste dieser Größenordnung. „Wir haben einmal ein Stofftier um die Welt geschickt. In einem Waldgebiet in Nordamerika ist die Spur dann verloren gegangen“, erinnerte sich Tine Fischer. Wann immer jemand den Cache fand, nahm er ihn mit an einen entfernteren Ort. Organisiert wurde das Fest von der Tourismus-Information Xanten und dem Cacherteam Geldern. Aufgrund der vielen Menschen und des Super-Wetters entstand im Archäologischen Park, der sich zum Zentrum des Geschehens bildete, eine Festivalatmosphäre.

Etwas für das Herz des Geocachers

Die Besucher saßen auf den Grünflächen in der Sonne oder im Schatten und streiften über die Standmeile. Das Angebot ließ das Herz eines Geocachers höher schlagen. Es gab nichts, was es nicht gab – von präparierten Gefäßen für die Caches bis hin zu Trekkingausrüstung, Kleidung und Outdoorequipment. Doch nicht jeder Cacher begrüßt den kommerziellen Aspekt des Hobbys. „Warum sollte ich eine fertige Dose kaufen? Sowas wurde früher noch selbstgemacht“, sagte Peter Fischer, der dem riesigen Angebot skeptisch gegenüberstand. Andere Besucher nutzten die Gelegenheit, um mit den Vertretern der großen Geocaching-Firmen ins Gespräch zu kommen oder um ihre Ausrüstung zu erweitern. Es herrschte durchweg ein reges Treiben auf dem gesamten Areal. Am Abend lud die Akustik-Coverband „Dangerous Comfort“ im Amphitheater des Archäologischen Parks noch zum Verweilen ein. Im Laufe des Sonntags traten die Cacher dann ihre Heimreise an. Ihre Namen sind nun in zahlreichen Logbüchern zu finden.