Wir teuer wird die Erweiterung des Schulzentrums Rheinberg?

Die Europaschule muss erweitert werden – und das zu möglichst geringen Kosten.
Die Europaschule muss erweitert werden – und das zu möglichst geringen Kosten.
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Was wir bereits wissen
Die SPD sieht zehn Millionen Euro für die Erweiterung als Obergrenze an. Dass gespart werden muss, ist unstrittig. Entscheiden soll der Haupt- und Finanzausschuss.

Rheinberg..  Vor kurzem waren es noch 14 Millionen Euro, die für die Erweiterung des Schulzentrums ausgeben werden sollten. So hatte es der Architekt veranschlagt. Das war der Politik schon damals zu viel. Die letzte bekannte Zahl nannte Bürgermeister Hans-Theo Mennicken in der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwoch: 12,4 Millionen Euro – inklusive aller Kosten wie Planung, Gutachten, Einrichtung.

Aber auch das war der SPD noch zu viel: „Wir stellen den Antrag, dass die Zehn-Millionen-Grenze keinesfalls überschritten wird“, erklärte Karin Winkel. „Das ist ein angemessener Beitrag, inklusive aller Nebenkosten!“ Angesichts der Etatsituation könne sie es nicht verstehen, dass die Schulerweiterung so teuer werde. „Ich bin mir sicher, dass Architekt Christoph Parade das versteht und einhält.“

Barbara Ettwig (Grüne) unterstellte Parade einen „guten Willen zur Einsparung“. Für sie war die reine Summe nicht so wichtig, sondern die Tatsache, dass man für die Schule in Zeiträumen von 40 oder 50 Jahren rechnen müsse. Und sie drängte darauf, schnell zu entscheiden. „Die Kinder für die Oberstufe stehen später da und wir wissen nicht, wie wir sie unterrichten sollen. Wir müssen die Schule jetzt auf den Weg bringen und nicht noch mehr Zeit vertrödeln“, forderte sie.

Auch Herbert Becker von der FDP mahnte: „Wir müssen langsam in die Pötte kommen. Es sind neun Klassen zu bauen und wir müssen sehen, dass wir das auf die zehn Millionen Euro reduzieren. Dafür müssen wir spätestens im Haupt- und Finanzausschuss am 24. März entscheiden, sonst stehen die Kinder auf der Straße!“ Seiner Einschätzung nach seien aber nicht die zehn Millionen das Problem, sondern die Folgekosten.

Tobias Menke (CDU) sah die Deckelung als in die „richtige Richtung“ gehend an. „Die Situation ist sehr unbefriedigend: Das Thema geht durch sechs Gremien wie eine heiße Kartoffel, die keiner anfassen will, und die Zeit läuft uns davon!“ Aber er zog auch den Ausbaubedarf in Zweifel – die Übergangsquoten von der Klasse 10 in die Oberstufe sei mit 60 Prozent zu hoch gegriffen.

Der Ausschussvorsitzende Dietmar Heyde (Grüne) gab zu bedenken, dass die „unglaublich vielen, belastbaren Zahlen“ keinen Zweifel an der Vierzügigkeit der Schule gelassen hätten – und man rede ohnehin nur über eine dreizügige Erweiterung. „Wir haben uns alle für die Gemeinschaftsschule entschieden. Jetzt müssen wir gucken, dass wir die Kinder nicht blockieren.“

Auch ein Energiekonzept zur Eindämmung der Folgekosten wurde ins Spiel gebracht. Um den zeitlichen Druck ein wenig aus dem Spiel zu nehmen, wurde von der SPD gefordert, über mögliche Auswirkungen einer späteren Entscheidung als im März zu informieren.

Natürlich wolle auch die Verwaltung sparen, versicherte der Bürgermeister. Am besten gehe das dadurch, dass man die Folgekosten minimiere.